Rasen-Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe rund um Rollrasen und Rasenpflege, kurz erklärt und mit Links zur passenden Anleitung.
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- 32. BImSchV
- Die 32. BImSchV ist die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung. Nach § 7 dürfen Rasenmäher in Wohngebieten sonn- und feiertags nicht und werktags zwischen 20 und 7 Uhr nicht betrieben werden.
A
- Aerifizieren
- Aerifizieren lockert verdichteten Rasenboden, indem Löcher oder Schlitze etwa 10 cm tief in die Grasnarbe gestochen werden. So gelangen wieder Luft und Wasser zu den Wurzeln.
- Anwalzen
- Anwalzen bedeutet, die frisch verlegte Rasenfläche mit einer Walze anzudrücken, damit die Soden oder Samen engen Kontakt zum Boden bekommen und Luftlücken verschwinden.
B
- Bodenverdichtung
- Bodenverdichtung bedeutet, dass die Poren im Boden durch Nutzung und Nässe kleiner werden. Wasser und Luft kommen dann kaum noch zu den Wurzeln, besonders auf lehmigen Böden.
D
- Deutsches Weidelgras
- Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) ist eines der wichtigsten Rasengräser. Es wächst horstig, ist sehr trittfest und regeneriert sich schnell, gilt aber als etwas frostempfindlich.
- Dollarflecken
- Dollarflecken sind eine Pilzkrankheit des Rasens, verursacht durch Clarireedia jacksonii. Typisch sind strohgelbe, kreisrunde Flecken von wenigen Zentimetern Durchmesser, die zusammenwachsen können.
E
- Ein-Drittel-Regel
- Die Ein-Drittel-Regel besagt, dass Sie beim Mähen pro Schnitt höchstens ein Drittel der Halmlänge kürzen. Wer mehr auf einmal abschneidet, schwächt die Gräser und der Rasen wird lückig.
- Engerling
- Engerlinge sind die Larven von Käfern wie Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer. Sie fressen an den Graswurzeln, sodass der Rasen fleckig und braun wird und sich wie ein Teppich abziehen lässt.
G
- Gebrauchsrasen
- Gebrauchsrasen ist der gängige Rasentyp für Familiengärten. Er verträgt Spielen und Gartenfeste, regeneriert sich gut und entspricht meist der Mischung RSM 2.3.
- Grasnarbe
- Die Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke aus Gräsern, Wurzeln und Trieben auf dem Boden. Eine dichte Grasnarbe hält Unkraut und Moos in Grenzen.
H
- Herbstdünger
- Herbstdünger ist ein Rasendünger mit wenig Stickstoff und viel Kalium. Er soll den Rasen für den Winter kräftigen und nicht zu neuem Wachstum anregen.
- Herbstgrasmilbe
- Die Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis) ist ein Spinnentier. Nur ihre etwa 0,2 bis 0,3 mm kleinen, orange bis roten Larven sind Parasiten und lösen im Spätsommer und Herbst Juckreiz aus.
- Hexenring
- Ein Hexenring (Feenring) ist ein Ring aus Pilzfruchtkörpern im Rasen, meist vom Nelkenschwindling gebildet. Das Pilzgeflecht im Boden wächst nach außen und stirbt innen ab.
- Hybridrasen
- Hybridrasen ist Naturrasen, der durch eingearbeitete Kunststofffasern verstärkt wird. Er verbindet die Spieleigenschaften von Naturrasen mit der Belastbarkeit von Kunstrasen und kommt vor allem in Stadien zum Einsatz.
K
- Kalium
- Kalium (K) ist ein Hauptnährstoff, der die Grasnarbe und die Widerstandskraft des Rasens stärkt. Kaliumbetonte Dünger gelten als besonders geeignet für Rasen, vor allem im Herbst.
- Kalken
- Kalken bedeutet, Kalk auf den Rasen zu streuen, um einen zu sauren Boden anzuheben. Es lohnt sich nur, wenn ein pH-Test den Wert deutlich unter dem Zielbereich zeigt.
- Kunstrasen
- Kunstrasen besteht aus Kunststofffasern auf einer Trägermatte und imitiert Naturrasen. Er muss nicht gemäht, gedüngt oder gegossen werden, hat aber Nachteile für Umwelt und Boden.
L
- Langzeitdünger
- Langzeitdünger gibt seine Nährstoffe verzögert über Wochen an den Boden ab. Anders als schnell lösliche Mineraldünger fördert er ein gleichmäßigeres Wachstum und schont vor Auswaschung.
M
- Mähroboter
- Ein Mähroboter mäht den Rasen selbstständig in kurzen Abständen und schneidet dabei nur wenig ab. Das sehr feine Schnittgut bleibt liegen und wirkt als Mulch.
- Moos
- Moos im Rasen ist meist ein Hinweis auf Standortprobleme. Es wächst bei Schatten, Nässe, verdichtetem Boden, Nährstoffmangel oder saurem Boden und kehrt zurück, wenn die Ursache bleibt.
- Mulchen
- Mulchen bedeutet, den Rasenschnitt nicht aufzufangen, sondern als fein gehäckselte Schicht auf der Fläche zu lassen. Die Halme werden zersetzt und geben ihre Nährstoffe an den Boden zurück.
N
- Nachsaat
- Nachsaat heißt, kahle oder lückige Stellen eines bestehenden Rasens neu einzusäen. Ein günstiges Zeitfenster ist der September, wenn der Rasen die Sommerbelastung hinter sich hat.
- NPK-Dünger
- NPK-Dünger enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Das Verhältnis steht auf der Packung und bestimmt, wofür sich der Dünger eignet.
P
- pH-Wert
- Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch ein Boden ist. Rasengräser bevorzugen einen schwach sauren Boden, der Zielbereich liegt bei 5,5 bis 6,5, ideal sind 6,0 bis 6,5.
Q
- Quarzsand
- Quarzsand ist gewaschener, reiner Sand mit geringem Tonanteil. Er eignet sich zum Sanden des Rasens, weil er gut rieselt und den Boden nicht verschlämmt; Spielsand dagegen nicht.
R
- Rasenfilz
- Rasenfilz ist ein Geflecht aus abgestorbenen Halmen, Wurzelresten und Mähgut zwischen den grünen Halmen und dem Boden. Eine dünne Schicht ist unproblematisch, eine dicke hält Wasser und Dünger ab.
- Rasenkante
- Die Rasenkante ist der Übergang zwischen Rasenfläche und Beet, Weg oder Mauer. Sie wird beim Mähen meist separat mit Kantenschere oder Trimmer nachgeschnitten.
- Rasenrost
- Rasenrost ist eine Pilzkrankheit mit gelben bis rostbraunen Pusteln auf den Halmen, die auf Schuhe und Mäher abfärben. Sie tritt meist im Spätsommer und Herbst auf, vor allem bei nährstoffarmem Rasen.
- Rasenschälmaschine
- Eine Rasenschälmaschine trennt die Grasnarbe flach unterhalb der Wurzeln ab, sodass sich der alte Rasen ähnlich wie Rollrasen abziehen lässt. Man kann sie im Baumarkt oder beim Geräteverleih ausleihen.
- Regel-Saatgut-Mischung (RSM)
- RSM steht für Regel-Saatgut-Mischung. Das Regelwerk gliedert Rasenmischungen nach Verwendungszweck, zum Beispiel RSM 1.1 für Zierrasen, RSM 2.3 für Spielrasen und RSM 3.1 für Sportrasen.
- Rollrasen
- Rollrasen, auch Fertigrasen genannt, ist lebender Naturrasen, der etwa 12 bis 14 Monate auf einem Feld wächst und dann mit einer dünnen Bodenschicht abgeschält und als Rolle verlegt wird.
- Rotschwingel
- Rotschwingel (Festuca rubra) ist eine Gruppe nah verwandter, feinblättriger Gräser. Er ist genügsam, kommt mit Trockenheit und etwas Schatten zurecht, ist aber weniger trittfest als Weidelgras.
S
- Sanden
- Sanden heißt, eine dünne Schicht gewaschenen Sand auf den Rasen zu streuen, meist nach dem Aerifizieren oder Vertikutieren. Die Halmspitzen sollen danach noch aus dem Sand herausragen.
- Schattenrasen
- Schattenrasen ist eine Rasenmischung mit Gräsern, die mit wenig Licht zurechtkommen, etwa Lägerrispe, Hainrispe und Rotschwingel. Ganz ohne Licht wächst auch er nicht.
- Schneeschimmel
- Schneeschimmel ist eine Pilzkrankheit des Rasens, die bei kühler, feuchter Witterung zwischen 0 und etwa 8 °C auftritt. Sie zeigt sich als grauweiße bis rosafarbene Flecken nach Schnee oder unter Laub.
- Schnitthöhe
- Die Schnitthöhe ist die Halmlänge, die nach dem Mähen stehen bleibt. Sie hängt vom Rasentyp ab: Für Gebrauchsrasen gelten 3,5 bis 4,5 cm, bei Rollrasen sind meist 4 bis 5 cm üblich.
- Sichelmäher
- Der Sichelmäher ist der übliche Rasenmäher im Hausgarten. Ein rotierendes Messer schneidet das Gras, das Schnittgut wird meist im Fangkorb aufgenommen. Es gibt Elektro-, Akku- und Benzinmodelle.
- Sode
- Eine Sode ist ein abgeschältes Stück Rasen samt Wurzelgeflecht und dünner Bodenschicht. Rollrasen besteht aus aufgerollten Soden, Blocksoden sind kleine, rechteckige Einzelstücke.
- Spielrasen
- Spielrasen ist eine belastbare Rasenmischung für Spielen, Gartenfeste und Liegewiesen. Er gehört zur Gruppe der Gebrauchsrasen und entspricht der Regel-Saatgut-Mischung RSM 2.3.
- Spindelmäher
- Ein Spindelmäher schneidet Gras mit einer rotierenden Messerspindel gegen ein Untermesser. Er schneidet sehr sauber, lässt sich tief einstellen und eignet sich vor allem für Zierrasen und kleinere Flächen.
- Sportrasen
- Sportrasen ist eine besonders belastbare Rasenmischung für Fußball-, Rugby- und andere Sportflächen. Er wird nach RSM 3.1 angelegt, Nachsaaten erfolgen mit RSM 3.2.
- Startdünger
- Startdünger ist ein Rasendünger für die Neuanlage. Er wird vor dem Verlegen von Rollrasen oder vor der Aussaat auf den Boden gebracht; die Menge steht auf der Packung.
- Staunässe
- Staunässe entsteht, wenn Wasser im Boden nicht versickern kann und die Wurzeln keine Luft mehr bekommen. Der Rasen wird gelblich, es bilden sich Pfützen und Moos.
- Stickstoff
- Stickstoff (N) ist der Hauptnährstoff für Blattwachstum und Farbe im Rasen. Mangel zeigt sich in blassgelbem Gras, dauerhaft zu viel fördert Rasenfilz und belastet das Grundwasser.
- Straußgras
- Straußgräser sind feinblättrige Gräser mit geringen Ansprüchen an Boden und Nährstoffe. Sie wachsen langsam und dienen vor allem als Beimischung in feinen Rasenmischungen.
V
- Verlegen im Verband
- Verlegen im Verband heißt, Rollrasen-Bahnen dicht an dicht zu legen und die Stöße wie bei einer Mauer zu versetzen, damit keine durchgehenden Kreuzfugen entstehen.
- Vertidrain
- Vertidrain (Verti-Drain) ist ein Tiefenlockerer. Schräg stechende Zinken heben den Boden an und brechen verdichtete Schichten auf, je nach Modell bis etwa 40 cm tief.
- Vertikutieren
- Vertikutieren ist das Anritzen der Grasnarbe mit rotierenden Messern, um Rasenfilz, Moos und abgestorbene Halme herauszuholen. Die Messer dringen nur wenige Millimeter in den Boden ein.
W
- Wiesenrispe
- Die Wiesenrispe (Poa pratensis) ist ein Rasengras mit langen unterirdischen Ausläufern. Sie füllt kahle Stellen, bildet eine dichte, belastbare Narbe und keimt nur langsam.
Z
- Zierrasen
- Zierrasen, auch Premiumrasen oder Englischer Rasen genannt, besteht überwiegend aus feinblättrigen Gräsern wie Rotschwingel. Er sieht sehr gleichmäßig aus, verträgt aber wenig Belastung.