Dicht stehende, frisch grüne Rasenhalme in Nahaufnahme.

Rasenarten: Die wichtigsten Rasengräser im Steckbrief

Ein Rasen besteht meist aus mehreren Grasarten, die sich ergänzen. Hier lernen Sie die wichtigsten Rasengräser kennen: Eigenschaften, Stärken, Schwächen und wofür sie in Mischungen eingesetzt werden.

Aktualisiert am 4 Minuten Lesezeit Von Daniel Nilges

Rasenarten im Überblick

Die Tabelle fasst die Eigenschaften der wichtigsten Rasengräser zusammen. Einen Vergleich der Mischungen für Spiel, Zier, Schatten und Sport finden Sie bei den Rasensorten.

GrasWuchsBelastbarkeitSchattenBesonderheit
Deutsches Weidelgrashorstig, kurze Ausläufersehr hochwenigregeneriert schnell, leicht frostempfindlich
Wiesenrispelange unterirdische Ausläuferrelativ hochwenigdichte Narbe, keimt langsam
RotschwingelHorste oder Ausläufermittelmäßigfein, genügsam, trockenheitsverträglich
Straußgraskurze Ausläufergeringmäßigfeinblättrig, braucht wenig Nährstoffe
HainrispeHorstegeringgutflache Wurzeln, schnittempfindlich
Lägerrispeniedrig, dichtmittelgutrobust im Schatten
RohrschwingelHorstehochwenigtief wurzelnd, grob
Gemeine Rispekriechendgeringmäßiggilt meist als Problemgras

Deutsches Weidelgras

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) ist eines der wichtigsten Rasengräser. Es wächst horstig und bildet mit kurzen Ausläufern eine dichte Narbe. Es ist sehr trittfest, regeneriert sich schnell und verträgt häufigen Schnitt. Deshalb steckt es in Spiel- und Sportrasen und wird für Nachsaaten gern gewählt. Es sind über hundert Zuchtsorten bekannt.

Weidelgras bevorzugt nährstoffreiche Böden und reagiert gut auf Düngung. Es gilt als etwas frostempfindlich, was in kalten Lagen zu Lücken führen kann. Unter lang liegendem Schnee kann Schneeschimmel auftreten. Mehr dazu bei den Rasenkrankheiten.

Wiesenrispe

Die Wiesenrispe (Poa pratensis) bildet lange, unterirdische Ausläufer. Sie füllt damit kahle Stellen und schafft eine dichte, belastbare Narbe. Sie verträgt Trockenheit gut, ist relativ trittfest und braucht ausreichend Licht. Typisch ist die langsame Keimung, deshalb brauchen Neuansaaten Geduld.

Die Wiesenrispe zählt in der Blütezeit zu den wichtigen Auslösern von Heuschnupfen. Im regelmäßig gemähten Rasen blüht sie kaum. Für den Allergiker-Garten ist das ein Grund, den Rasen nicht hoch wachsen zu lassen. Viele Gebrauchs- und Sportrasen enthalten einen hohen Anteil Wiesenrispe.

Rotschwingel

Der Rotschwingel (Festuca rubra) ist eine Gruppe nah verwandter Gräser. Man unterscheidet horstbildende Formen (Horst-Rotschwingel), Formen mit kurzen Ausläufern und echte Ausläufer-Rotschwingel. Alle haben feine Halme und bilden eine feine, dichte Narbe.

Gräser mit Blütenständen im Gegenlicht

Rotschwingel ist genügsam und kommt mit trockenen, mageren Böden und etwas Schatten zurecht. Er ist weniger trittfest als Weidelgras und eignet sich daher weniger für starke Beanspruchung. Er ist Hauptbestandteil vieler Zier- und Schattenmischungen. Der Rotschwingel ist nicht identisch mit dem Deutschen Weidelgras, obwohl beide häufig in derselben Mischung vorkommen.

Straußgräser

Straußgräser sind feinblättrige Gräser mit geringen Ansprüchen an Boden und Nährstoffe. Sie wachsen langsam und kommen mit Schatten mäßig zurecht. Sie dienen vor allem als Beimischung in feinen Mischungen. Hohe Düngung und starker Wettbewerb können sie verdrängen. Sie gelten außerdem als anfällig für Pilze.

Hainrispe

Die Hainrispe (Poa nemoralis) wächst in Wäldern und Waldrändern und ist an halbschattige Standorte angepasst. Ihr Wurzelsystem ist flach, deshalb verträgt sie lange Trockenheit schlecht. Sie ist wenig trittfest und reagiert empfindlich auf zu tiefen Schnitt. Sie wird gelegentlich in Schattenmischungen verwendet. Mähen Sie Schattenrasen nicht zu kurz, mindestens 5 bis 6 cm gelten als Richtwert.

Für die Hainrispe brauchen Sie in der Anwachsphase regelmäßig Wasser. Sie ist kein Gras für stark beanspruchte Flächen.

Lägerrispe

Die Lägerrispe (Poa supina) ist ein niedrig und dicht wachsendes Rispengras, das mit Schatten gut zurechtkommt. Schattenmischungen nach RSM 2.3 werden oft mit 5 Prozent Lägerrispe ergänzt, die auf schattigen Flächen sehr robust ist.

Rohrschwingel

Der Rohrschwingel (Festuca arundinacea) hat ein sehr ausgeprägtes Wurzelwerk und verträgt Trockenperioden und Kälte gut. Seine Blätter sind grob. Ältere Sorten wirken im feinen Rasen störend, neuere feinblättrige Sorten werden in strapazierten Sportrasen und in Mischungen für trockene Standorte geschätzt. Eine Variante der Mischung RSM 2.2 für Trockenlagen enthält Rohrschwingel.

Gemeine Rispe

Die Gemeine Rispe (Poa trivialis) wächst auf feuchten, nährstoffreichen Böden und leidet unter Trockenheit. Sie bildet kriechende Triebe und kann dichte Matten formen. Im Rasen gilt sie meist als Problemgras, das sich auf Lücken breitmacht. Sie gehört nicht zu den typischen Zielgräsern guter Rasenmischungen. Wie Sie Lücken schließen, steht bei Rasen anlegen und nachsäen.

Wie hängen Rasenarten und Rasensorten zusammen?

Eine Mischung kombiniert mehrere Arten, damit sich ihre Stärken ergänzen. Das Weidelgras liefert Belastbarkeit und schnelle Entwicklung, die Wiesenrispe Dichte und Regeneration, der Rotschwingel Feinheit und Genügsamkeit. Welche Anteile für Spiel-, Zier-, Schatten- und Sportrasen sinnvoll sind, erklärt die Seite Rasensorten und Mischungen. Den Überblick zum Produkt finden Sie im Rollrasen-Überblick.

Häufige Fragen

Welche Gräser sind in Rasen enthalten?

Häufig sind es Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel, je nach Einsatz ergänzt um weitere Arten wie Hainrispe oder Lägerrispe für Schatten.

Welche Rasenart ist am belastbarsten?

Deutsches Weidelgras ist sehr trittfest und regeneriert schnell, deshalb steckt es in Spiel- und Sportrasen. Auch die Wiesenrispe ist relativ trittfest.

Welches Gras wächst im Schatten?

Hainrispe, Lägerrispe, Rotschwingel und teils Wiesenrispe kommen mit weniger Licht zurecht. Auch sie brauchen etwas Licht und eine nicht zu kurze Schnitthöhe.

Ist Rotschwingel dasselbe wie Deutsches Weidelgras?

Nein. Rotschwingel (Festuca rubra) und Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) sind verschiedene Gräser mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Was ist der Unterschied zwischen Rasenarten und Rasensorten?

Rasenarten sind die einzelnen Gräser wie Weidelgras oder Rotschwingel. Rasensorten bezeichnen Mischungen für einen Einsatz, etwa Spielrasen oder Schattenrasen.

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