Mittellinie und Anstoßkreis auf einem Fußballplatz mit Kunstrasen.

Rollrasen, Kunstrasen und Hybridrasen im Vergleich

Rasen gibt es als lebenden Naturrasen, als Kunststoffbelag und als Mischform für Sportplätze. Der Vergleich zeigt Aufbau, Pflege, Umweltwirkung und typische Einsatzbereiche, damit Sie die passende Variante für Ihre Fläche wählen.

Aktualisiert am 3 Minuten Lesezeit Von Daniel Nilges

Rollrasen, Kunstrasen und Hybridrasen im Überblick

RollrasenKunstrasenHybridrasen
AufbauLebender Naturrasen, als Rolle verlegtKunststofffasern auf TrägermatteNaturrasen mit eingearbeiteten Kunststofffasern
PflegeMähen, Düngen, WässernReinigen, Bürsten, kein MähenPflege wie Naturrasen
Nutzbar nachetwa zwei Wochensofort nach Einbauje nach System, vor allem Sportflächen
UmweltLebensraum, Verdunstungskühle, Boden bleibt belebtMikroplastik, Aufheizung, schwer entsorgbarwie Naturrasen mit Kunststoffanteil
EinsatzHausgarten, Parks, SportplätzeTerrassen, Balkone, Sportplätze, MessenStadien und stark genutzte Sportplätze
Kosten (Relation)zwischen Saat und KunstrasenAnschaffung hoch, Pflege geringEinbau zwischen Natur- und Kunstrasen

Die Angaben beschreiben typische Eigenschaften. Im Einzelfall entscheiden Produkt und Aufbau.

Rollrasen: lebender Naturrasen

Rollrasen, auch Fertigrasen genannt, ist echter Rasen. Er wächst etwa 12 bis 14 Monate auf einem Feld und wird dann mit einer dünnen Bodenschicht abgeschält. Nach dem Verlegen ist er nach etwa zwei Wochen betretbar und muss wie jeder Naturrasen gepflegt werden: mähen, düngen, wässern. Die Wurzeln schaffen Verbindung zum Boden, die Fläche kühlt durch Verdunstung.

Wie Rollrasen entsteht und woran Sie Qualität erkennen, steht im Überblick zu Rollrasen. Den Vergleich mit Saatrasen finden Sie unter Rollrasen oder Rasensaat.

Kunstrasen: Kunststoff statt Gras

Kunstrasen wird als Rollenware verkauft und imitiert Naturrasen. Die Fasern bestehen aus Polyamid, Polypropylen oder Polyethylen. Polyamid, also Nylon, gilt als elastisch und reißfest. Polypropylen ist häufig günstiger und kommt oft auf größeren Flächen zum Einsatz. Polyethylen fühlt sich meist weicher an. Typische Einsatzbereiche sind Terrassen, Balkone, Sportplätze und Messen.

Aufgerollte Kunstrasen-Bahnen nebeneinander in verschiedenen Grüntönen

Kunstrasen muss nicht gemäht, gedüngt oder gegossen werden. Das spart Pflegeaufwand, hat aber Nachteile:

  • Hitze: Der kühlende Verdunstungseffekt von Rasen fällt weg, die Fläche heizt sich stark auf.
  • Mikroplastik: Die künstlichen Halme reiben sich mit der Zeit ab.
  • Boden und Tiere: Unter dem Belag stirbt das Bodenleben ab, Insekten und Vögel finden keine Nahrung.
  • Entsorgung: Kunstrasen ist nicht abbaubar und kaum recyclingfähig.
  • Herstellung: Die Produktion von Kunststoffen belastet das Klima.

Informieren Sie sich vor dem Einbau bei Ihrer Gemeinde, ob Vorgaben zur Gartengestaltung bestehen.

Detailaufnahme von Kunstrasen mit dicht stehenden grünen Kunststofffasern

Gibt es künstlichen Rollrasen?

Der Begriff „künstlicher Rollrasen“ taucht häufig in Suchanfragen auf. Gemeint ist in aller Regel Kunstrasen, der in Rollen geliefert wird. Rollrasen im eigentlichen Sinn ist lebender Rasen. Wenn Sie echten Rasen wünschen, wählen Sie Rollrasen oder Saat. Wenn Sie Kunststoff wünschen, sprechen Sie von Kunstrasen.

Kunstrasen-Bahn wird aufgerollt, unten ist die dunkle Trägermatte sichtbar

Hybridrasen: Naturrasen mit Kunststofffasern

Hybridrasen ist ein Naturrasen, der durch Kunststofffasern verstärkt wird. Er verbindet die Spieleigenschaften von Naturrasen mit der Belastbarkeit von Kunstrasen. Es gibt zwei Verfahren: Entweder werden Fasern maschinell in den bestehenden Rasen eingebracht, oder vorgefertigte Matten mit Fasern werden verlegt, mit Boden gefüllt und eingesät.

Eingesetzt wird er vor allem in Stadien. Er ist zugelassen für den professionellen Fußball bis in die Bundesliga. Der Einbau kostet mehr als Naturrasen und weniger als Kunstrasen, die Pflege entspricht der von Naturrasen. Der Vorteil: Hybridrasen hält mehr Nutzung aus und erholt sich schneller als reiner Naturrasen. Für Hausgärten kommt er kaum vor.

Welche Variante passt zu welchem Garten?

  • Naturrasen: Passt, wenn Sie Spielfläche, Kühle und Lebensraum wünschen und Pflege nicht scheuen. Die Sorten und Mischungen richten sich nach Sonne, Schatten und Nutzung.
  • Kunstrasen: Kommt für Flächen in Frage, auf denen Rasen nicht wächst, etwa dauerhaft verschattete oder stark genutzte Bereiche. Die Umweltnachteile sollten Sie abwägen.
  • Hybridrasen: Ist eine Lösung für Sportflächen mit sehr hoher Beanspruchung.

Der Weg zum Naturrasen ist in der Anleitung zum Rasen anlegen beschrieben.

Häufige Fragen

Was ist ein Hybridrasen?

Hybridrasen ist Naturrasen, der durch eingearbeitete Kunststofffasern verstärkt wird. Er wird vor allem als Sportrasen in Stadien eingesetzt, weil er stärker beansprucht werden kann und sich schneller erholt als reiner Naturrasen.

Gibt es künstlichen Rollrasen?

Kunstrasen wird als Rollenware verkauft, ist aber kein Rollrasen im eigentlichen Sinn. Rollrasen ist lebender Naturrasen, Kunstrasen besteht aus Kunststoff.

Was ist der Unterschied zwischen Rollrasen und Kunstrasen?

Rollrasen ist echter, lebender Rasen, der gemäht, gedüngt und gewässert wird. Kunstrasen besteht aus Kunststofffasern und braucht keinen Schnitt, belastet aber Klima, Boden und Umwelt.

Ist Hybridrasen für den Garten geeignet?

Hybridrasen wurde für Sportflächen entwickelt und wird dort auch in der Bundesliga eingesetzt. Für Hausgärten ist er unüblich, dort ist Rollrasen oder Saatrasen die gängige Wahl.

Welche Nachteile hat Kunstrasen im Garten?

Kunstrasen heizt sich im Sommer stark auf, gibt mit der Zeit Mikroplastik ab, bietet Insekten und Bodenleben keinen Lebensraum und lässt sich nur schwer entsorgen.

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