Braune und gelbe Flecken im Rasen – was tun?


Ein sattgrüner Rasen, dicht und saftig. Der Traum jedes Rasenbesitzers. Und dann das: Gelbe Flecken im Rasen. Braune Flecken im Rasen … die grüne Pracht ist dahin.
Aber woher kommen die Verfärbungen? Und was kann man dagegen tun?

Grundsätzlich gibt es drei typische Ursachen für braune Flecken oder gelbe Flecken im Rasen: Pflegefehler, Pilzerkrankungen und tierische Schädlinge. Wobei Zusammenhänge bestehen. Ein geschwächter Rasen ist anfälliger für Erkrankungen und Schädlinge als ein starker Rasen. Umgekehrt schwächen auch Schädlinge oder Erkrankungen den Rasen.
Eine Art Abwärtsspirale.

Alles auf einen Blick


Pflegefehler: Trockenheit oder Staunässe, Verbrennungen, falsche Düngung

Wie alle Pflanzen brauchen Gräser ausreichend Feuchtigkeit. In trockenen Phasen kann es passieren, dass der Rasen aus Wassermangel braun wird. Der Durst der Gräser ist allerdings schon früher merkbar. Wenn die Spitzen der Gräser sich einrollen und Tritte auf dem Rasen lange sichtbar bleiben, sollten Sie handeln und den Rasen bewässern. Wässern Sie allerdings nicht jeden Tag, sondern lieber einmal in der Woche gründlich. Die Wurzeln brauchen das Wasser, daher sollte das Wasser 10 bis 15 cm tief in den Boden eindringen. Rasen, der häufig weniger gegossen wird, wird dazu erzogen, das Wasser von oben zu holen. Rasen, der seltener und dafür mehr gegossen wird, streckt seine Wurzeln nach unten, um an das Wasser zu kommen, und wird dadurch widerstandsfähiger gegen Trockenheit.

Ein braungelber Rasen kann allerdings auch durch Staunässe hervorgerufen werden. Ob Ihr Rasen an Staunässe leidet, wissen Sie vermutlich. Pfützenbildung und ein dumpf-muffiger Geruch des Bodens sprechen meistens für sich. Staunässe lässt die Wurzeln des Rasens absterben, weil sie nicht genügend Luft bekommen. Bei starker Staunässe hilft nur eines: den Rasen aerifizieren (belüften), anschließend besanden und gegebenenfalls eine Reparatursaat vornehmen. Für das Aerifizieren gibt es spezielle Geräte, die Löcher in den Boden stechen, die als Drainage dienen und Luft an die Wurzeln lassen. Das anschließende Besanden füllt die Löcher mit Sand und verbessert die Bodenstruktur. Bei schwerem Boden, der zur Verdichtung neigt, müssen Sie den Vorgang vermutlich wiederholt durchführen.

Wenn trotz Bewässerung der Rasen bei Hitze braun wird, ist das oft eine Folge von Verbrennungen. Diese entstehen zum Beispiel dadurch, dass in der Sonnenhitze gesprengt wird. Die Wassertropfen liegen wie kleine Lupen auf den Grashalmen und sorgen für die Verbrennungen. Auch ein zu kurz gemähter Rasen kann zu Verbrennungen neigen. Mähen Sie im Hochsommer am besten nicht in der Mittagssonne und etwas weniger kurz als sonst. Ist der Rasen einmal verbrannt, sollten Sie ihn mit Rasendünger nach Herstellerangaben düngen und danach ausgiebig wässern. Zeigt sich nach einer Woche keine erste, deutliche Besserung, vertikutieren Sie ihn und säen danach Rasennachsaat ein.

Wenn der Rasen insgesamt eine eher blass gelbliche Farbe annimmt, ist oft Nährstoffmangel der Grund. Hier kann Düngen angesagt sein. Am besten verwenden Sie einen Langzeitdünger und wässern ihn nach dem Ausbringen gut ein. Ein Streuwagen kann beim gleichmäßigen Ausbringen des Düngers hilfreich sein. Organischer Dünger wie gesiebter Frischkompost oder Rasenschnitt müssen nicht eingewässert werden.

Gelbe, ungleichmäßige Flecken auf dem Rasen können von einer Überdüngung kommen. Meistens ist der Dünger einfach ungleichmäßig aufgebracht worden und ruft an den Stellen, die zu viel abbekommen haben, die gelben Flecken hervor. Manchmal hat der Rasen auch insgesamt zu viel Dünger bekommen. Richten Sie sich beim Düngen unbedingt nach den Herstellerangaben! Empfehlenswert ist ein Langzeitdünger. Ein Streuwagen kann das gleichmäßige Ausbringen des Düngers erleichtern. Hat der Rasen einmal die gelben Flecken, wässern Sie ihn als Soforthilfe gründlich. Meistens erholt er sich dann nach einiger Zeit.

Pilzerkrankungen

Gelbe oder braune größere oder kleinere Flecken im Rasen können leicht durch eine Pilzkrankheit ausgelöst sein.
Rasenrost verursacht fleckig gelben Rasen. Wenn Sie die Halme genau betrachten, erkennen Sie Pusteln an den Spreiten.
Rotspitzigkeit erkennen Sie an bräunlichen vertrockneten Flecken im Rasen. Wenn Sie die Halme genau ansehen, erkennen Sie rote Fäden an der Blattspitze.
Die Dollarflecken-Krankheit erkennen Sie an münzgroßen, gelben, vertrockneten Flecken im Rasen.

Braune Flecken mit leicht rosafarbenen Rändern, die sich im Winter unter einer Schneedecke oder dem Laub bilden, sprechen für Schneeschimmel.
Pilze fühlen sich generell in einem feucht-warmen Milieu wohl. Geschwächte Pflanzen haben ihnen weniger entgegenzusetzen als gesunde
Die erste Hilfe bei Pilzerkrankungen ist daher, nur wenn nötig zu wässern. Den Rasen vertikutieren und das Vertikutiergut sorgfältig entfernen kann hilfreich sein. Entfernen Sie eine Zeit lang den Rasenschnitt, um dem Schimmel nicht bei der Ansteckung zu helfen. Düngen Sie Ihren Rasen, vor dem Winter am besten Kali-betont. Falls Staunässe besteht, aerifizieren Sie Ihren Rasen und besanden ihn dann.

Rasenschädlinge

Käferlarven oder Engerlinge bewegen sich unter der Erdoberfläche und ernähren sich von abgestorbenem und lebendem Pflanzenmaterial. Dadurch, dass sie die Wurzeln abfressen, stirbt das Gras ab. Die Folge sind sich ausdehnende gelblich-braune Flecken im Rasen.
Um sicherzugehen, dass das Problem durch Engerlinge hervorgerufen wird, heben Sie an einer betroffenen Stelle die Grasscholle ab. Bei Engerlingbefall sollten Sie auf Käferlarven stoßen. Die Maden von Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer sind die Hauptrasenschädlinge.
Nun bestimmen Sie die Engerlinge. Die Larven von Maikäfer und Junikäfer sind gleichmäßig dick und etwas gelblich. Sie haben Beine am Vorderleib. Legt man sie auf eine Gehwegplatte, legt sich die Marienkäferlarve gekrümmt auf die Seite und versucht sich zu winden, die Junikäferlarve versucht zu krabbeln. Der Gartenlaubkäfer hat Larven, die nach hinten immer dicker werden. Sie versuchen, wie eine Raupe zu krabbeln.
Wenn Sie die Engerlinge bestimmt haben, können Sie sie durch Nematoden bekämpfen. Diese sind im Fachhandel erhältlich und werden mit Wasser vermischt mit der Gießkanne ausgebracht. Allerdings sind die Nematoden vor allem bei jungen Larven wirkungsvoll.
Effektvoll kann das Walzen mit einer Aerifizierwalze sein. Im Notfall muss der komplette Rasen abgehoben und ausgetauscht werden.
Vorbeugend können Sie zur Käferflugzeit den Rasen etwas weniger kurz mähen. Es ist auch hilfreich, nachts auf Lichtquellen im Garten zu verzichten.

Tipula-Larven werden oft für Engerlinge gehalten. Sie sind jedoch schmaler und haben hinten ein Fortbewegungsorgan, die sogenannte Teufelsfratze. Die Tipula oder Wiesenschnake legt im August oder September ihre Eier auf dem Rasen ab. Nach vier bis sechs Wochen schlüpfen die Larven, die sich eingraben und direkt mit dem Fressen beginnen. Die Folge sind unansehnliche braune Flecken im Rasen. Wenn Sie eine Rasensode abheben, erkennen Sie die Larven. Bei akutem Befall helfen geeignete Nematoden, auch das Walzen mit der Aerifizierwalze soll helfen. Auch ein tief eingestellter Vertikutierer vernichtet einen großen Teil der Larven. Allerdings wird hierbei auch der Rasen geschädigt – meistens muss man nach der Behandlung nachsäen. 30 bis 40 g Kalkstickstoff, bei feuchtem Wetter im März ausgebracht, bringen auch einen guten Erfolg und düngen gleichzeitig den Rasen.

Ein gesunder Rasen – der beste Schutz

Um dem Rasen noch weiter zu helfen bei extrem verdichtetem, lehmigem oder tonigem Boden können Sie ihn ein zweites Mal im Jahr besanden. Das verbessert auf Dauer die Bodenstruktur deutlich und kann nebenbei kleine Unebenheiten beseitigen.
Ebenfalls empfehlenswert ist eine hochwertige, organische Düngung, um das Bodenleben zu verbessern. Für den Rasen sind zum Beispiel fein gesiebter Kompost oder spezielle, organische Rasendünger geeignet. Es gibt auch speziellen Rasenaktivator zu kaufen, der mit dem Streuwagen ausgebracht werden kann und das Bodenleben aktiviert.
Das Rasen Lüften lohnt sich auf jeden Fall, wenn Sie von verdichtetem Boden betroffen sind. Damit Ihr Rasen bald wieder grün und kräftig sprießt.

Die beste Methode, den Rasen vor Flecken, Krankheiten und Schädlingen zu schützen, ist es, ihn möglichst gesund zu erhalten. Ein gesunder Rasen hat einfach mehr Widerstandskräfte.
Am besten achten Sie bereits bei der Anlage des Rasens darauf, dass der Rasen einen guten Untergrund erhält. Zu sandige Erde macht den Rasen durstig, zu lehmige oder verdichtete Erde neigt zu Verdichtungen und Staunässe, die es dem Rasen schwer machen. Wählen Sie auch die zu Ihnen und Ihrem Standort passende Rasenmischung. Es gibt Rasen für Schatten oder Sonne, reinen Zierrasen, Spiel- und Sportrasen und diverse andere Sorten. Am besten lassen Sie sich beraten.
In der Wachstumssaison von März oder April bis September sollte der Rasen regelmäßig gemäht werden. Das erste Mähen nimmt nur die Spitzen weg, wenn der Rasen schneefrei und trocken ist. Danach wird reiner Zierrasen alle paar Tage auf 2 bis 3,5 cm eingekürzt, bei Gebrauchsrasen reicht ein Mähen alle 7 bis 10 Tage auf 3,5 bis 5 cm. Sorgen Sie auf jeden Fall dafür, dass die Messer des Rasenmähers scharf sind! Sonst entstehen zerfranste Enden, die anfälliger für Erkrankungen und Austrocknen sind.
Bei Trockenheit sollte der Rasen gesprengt werden. Wenn er einmal in der Woche so viel Wasser bekommt, dass der Boden 10 cm tief durchtränkt ist, reicht das aus.
Um gesund wachsen zu können, braucht der Rasen Nährstoffe. Am besten bringen Sie einen Langzeitdünger aus und sorgen damit, dass er gleichmäßig verteilt wird. Das wird durch einen Streuwagen erleichtert. Beachten Sie die Gebrauchsanweisung des Düngerherstellers, um eine Überdüngung zu vermeiden.
Beobachten Sie Ihren Rasen. Hat sich ein Rasenfilz gebildet, der es den Gräsern erschwert, an Luft und Licht zu kommen? Dann vertikutieren Sie den Rasen, am besten im Frühjahr oder Herbst. Ist der Boden verdichtet und bildet sich Staunässe? Dann aerifizieren Sie den Rasen. Auch hier ist Frühjahr oder Herbst eine gute Zeit. Entfernen Sie Laub vom Rasen und greifen Sie bei Anzeichen von Krankheit oder Schädlingen schnell ein.
Dann werden Sie lange Freude an Ihrem gesunden Rasen haben.