Wann wässern?
April bis September – bei Trockenheit; frisch verlegten Rollrasen sofort, unabhängig vom Monat
Rollrasen wässern: Der Plan für die ersten Wochen
Frisch verlegter Rollrasen hat noch keine Wurzeln im neuen Boden. Trocknet die Erde unter den Soden aus, schrumpfen die Bahnen und es entstehen Lücken und Risse. Deshalb gilt dieser Wässerplan als Richtwert. Anleitungen des Rollrasen-Lieferanten können abweichen und haben dann Vorrang.
| Zeitraum | Häufigkeit | Menge |
|---|---|---|
| Direkt nach dem Verlegen und Anwalzen | sofort, einmal durchdringend | etwa 15 bis 20 l/m² |
| Woche 1 bis 2 | täglich, bei Hitze zweimal | so viel, dass die Erde unter den Soden feucht bleibt |
| Woche 3 bis 4 | schrittweise seltener, zum Beispiel jeden zweiten Tag | durchdringend, etwa 10 bis 20 l/m² |
| Ab Woche 5 bis 6 | ein- bis zweimal pro Woche, bei Trockenheit | etwa 10 bis 20 l/m² |
Rollrasen ist nach drei bis fünf Wochen voll belastbar. Danach behandeln Sie ihn wie jeden eingewachsenen Rasen.
So prüfen Sie, ob die Menge reicht
- Hochheben-Test: Heben Sie an einer Ecke eine Sode an. Die Erde darunter muss feucht sein, und die Sode darf nicht schrumpfen.
- Glastest: Stellen Sie mehrere Gläser auf den Rasen. Sind sie etwa 2 cm hoch gefüllt, hat die Fläche rund 20 Liter pro m² erhalten, denn 1 mm Wasserhöhe entspricht 1 Liter pro m².
- Spatenprobe: Stechen Sie ein Stück aus. Das Wasser sollte bis in die Wurzelzone gelangt sein.
Gießen Sie am besten früh am Morgen. Näheres zum Verlegen und zur Pflege danach steht im Beitrag Rollrasen verlegen.
Wie oft muss man den Rasen wässern?
Ein eingewachsener Rasen braucht nur bei Trockenheit zusätzliches Wasser. Anzeichen sind welke Halme, die sich einrollen, eine graublaue Färbung und Fußspuren, die nicht mehr aufspringen. Gelbe oder braune Flächen deuten auf bereits bestehenden Trockenstress hin. Meist erholt sich der Rasen bei ausreichender Bewässerung, ist aber geschwächt und anfälliger für Krankheiten. Mehr zu den Ursachen steht im Beitrag Braune und gelbe Flecken.
Die Faustregel: Wässern Sie erst bei beginnendem Trockenstress, dann aber durchdringend mit etwa 15 bis 20 Litern pro m². Zu oft und zu wenig zu gießen fördert flache, trockenheitsempfindliche Wurzeln. Seltenes, durchdringendes Wässern lässt die Wurzeln tiefer wachsen.
Der Wasserbedarf unterscheidet sich regional stark: Für Intensivrasen sind es in Würzburg etwa 150 bis 200 Liter zusätzliche Bewässerung pro Jahr, in München nur 0 bis 30 Liter. Bei lang anhaltender Dürre können Gemeinden die Wasserentnahme einschränken. Beachten Sie deren Hinweise.
Wann am Tag wässern?
Am besten früh am Morgen. Dann ist die Verdunstung gering, der Rasen trocknet im Tagesverlauf ab und Pilzkrankheiten haben weniger Chancen. Wer abends gießt, lässt die Halme über Nacht feucht.
Brennglas-Mythos: Gießen in der Mittagssonne
Oft heißt es, Wassertropfen wirken in der Sonne wie Brenngläser und verbrennen den Rasen. Für schmale, steil stehende Grashalme gilt das als Mythos. Der eigentliche Grund, mittags nicht zu gießen: Bei Hitze verdunstet ein großer Teil des Wassers, bevor es im Boden ankommt. Das verschwendet Wasser. Trotzdem ist es besser, morgens zu wässern.
Rasen düngen und wässern
Nach dem Streuen von Dünger wässern Sie mit etwa 5 bis 10 Litern pro m², damit er sich auflöst und keine Körner auf den Halmen liegen bleiben. Wann Sie düngen und wie viel, steht im Beitrag Rasen düngen.
Welche Bewässerung eignet sich?
- Gießkanne: Sie wissen genau, wie viel Wasser ausgebracht wird, aber für größere Flächen ist sie zu mühsam. Sie eignet sich für Regenwasser aus der Tonne.
- Gartenschlauch mit Rasensprenger: Der übliche Weg. Die Einsatzfläche steht in der Produktbeschreibung. Rundregner decken kleine, Pendel- und Kreisregner größere Flächen ab.
- Versenkregner mit Zeitschaltuhr: Für größere Flächen bequem, weil sie zum eingestellten Zeitpunkt automatisch bewässern. Das ist sinnvoll, wenn Sie früh am Morgen wässern wollen.
Mit dem Glastest ermitteln Sie, wie lange der Sprenger laufen muss, bis 20 Liter pro m² erreicht sind.
Wässern nach dem Mähen und Belüften
Wässern nach dem Mähen ist möglich, bei trockenem Boden sogar sinnvoll. Ein verdichteter Boden nimmt Wasser schlecht auf: Es läuft ab, statt einzusickern. Dann hilft Aerifizieren.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich frisch verlegten Rollrasen wässern?
In den ersten zwei Wochen täglich, bei Hitze auch zweimal, sodass die Erde unter den Soden nie austrocknet. Danach werden die Abstände größer, ab der vierten bis sechsten Woche genügt Wässern nach Bedarf.
Wie lange und wie viel soll ich Rollrasen wässern?
Direkt nach dem Verlegen etwa 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter. Später bei Trockenheit durchdringend mit etwa 10 bis 20 Litern. Stellen Sie Gläser auf: 2 cm Füllhöhe entsprechen 20 Litern pro m².
Wann ist die beste Tageszeit zum Wässern?
Früh am Morgen. Dann verdunstet am wenigsten Wasser und der Rasen trocknet im Tagesverlauf ab, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Abends bleiben die Halme über Nacht nass.
Verbrennt Gießen in der Mittagssonne den Rasen?
Nein, der Brennglaseffekt gilt für schmale Grashalme als Mythos. Mittags wässern Sie trotzdem ungern, weil viel Wasser verdunstet, bevor es im Boden ankommt.
Darf ich Rollrasen bei Frost wässern?
In Frostperioden wächst der Rasen kaum, und gefrorener Boden nimmt kein Wasser auf. Wässern Sie dann nicht auf gefrorenen Boden, sondern bei frostfreiem Wetter nach Bedarf.
Darf ich den Rasen nach dem Mähen wässern?
Ja, besonders bei Trockenheit. Ist der Boden ausreichend feucht, ist es nicht nötig.