Rasenmäher schneidet im Gegenlicht der Abendsonne frisches Gras

Rasen mulchen oder mähen: Was ist besser?

Beim Mulchen bleibt der fein gehäckselte Rasenschnitt auf der Fläche liegen und liefert Nährstoffe zurück. Das funktioniert nur unter bestimmten Bedingungen. Hier lesen Sie, wann Mulchen sinnvoll ist und wann Sie das Schnittgut besser auffangen.

Aktualisiert am 3 Minuten Lesezeit Von Daniel Nilges

Wann mulchen?

April bis Oktober – wöchentlich mähen, nur bei trockenem Rasen

Wie funktioniert Mulchen?

Beim Mulchen wird der Rasenschnitt nicht aufgefangen, sondern bleibt als fein gehäckselte Schicht auf der Fläche. Die kurzen Halme sinken zwischen die Gräser, werden von Bodenlebewesen und Mikroorganismen zersetzt und geben ihre Nährstoffe an den Boden zurück. Im Schnittgut stecken vor allem Stickstoff, Phosphor und Kalium.

Das klappt nur, wenn die Abschnitte klein genug sind. Liegen große Mengen oder lange Halme obenauf, verkleben sie und bilden eine dichte Schicht, die Licht und Luft abhält. Dann drohen Moos, Fäulnis und Rasenfilz.

Vor- und Nachteile im Überblick

VorteileNachteile
Schnittgut muss nicht entsorgt werdenhäufigeres Mähen nötig, etwa einmal pro Woche
Nährstoffe gelangen zurück in den Boden, Düngebedarf kann sinkennur bei trockenem Rasen möglich
Der Mulch schützt den Boden vor Austrocknungbei zu viel oder zu langem Schnittgut droht Verfilzung
Bodenlebewesen werden gefördertMulchmäher sind teurer als einfache Mäher
Geringerer Zeitaufwand beim EntsorgenSamen von Unkraut können sich verteilen

Voraussetzungen für gutes Mulchen

  • Oft genug mähen: Etwa einmal pro Woche. Sinnvoll sind sieben bis acht Tage Abstand.
  • Höchstens ein Drittel kürzen: So bleibt das Schnittgut kurz. Mehr zur Schnitthöhe steht im Beitrag Rasen richtig mähen.
  • Nur trockener Rasen: Nasses Schnittgut klumpt und beginnt zu faulen.
  • Scharfes Messer: Ein glatter Schnitt zerkleinert besser und verletzt die Halme weniger.
  • Nicht zu viel Material: Wächst der Rasen stark, etwa im Mai und Juni, mähen Sie öfter oder fangen das Schnittgut gelegentlich auf.

Welche Geräte eignen sich zum Mulchen?

Mähroboter arbeiten kontinuierlich und schneiden nur wenig ab. Das Schnittgut ist so fein, dass es liegen bleiben kann und als Nährstoffrückführung dient. Fachleute bestätigen das.

Mulchmäher und Mulchkits für normale Mäher zerkleinern das Schnittgut zusätzlich. Mulchmäher haben dafür eine eigene Haube und spezielle Messer. Für viele Mäher gibt es Umrüstsets mit Mulchmessern für konventionelle Mäher an.

Mit einem normalen Rasenmäher können Sie mulchen, wenn Sie häufig mähen und nur die Halmspitzen kürzen. Je länger die abgeschnittenen Stücke, desto eher bleiben sie als Schicht liegen.

Rasen mulchen trotz Unkraut?

Wiese mit blühenden Wildkräutern und Samenständen der Karde

Unkraut im Rasen ist kein Grund, auf das Mulchen zu verzichten. Kritisch sind Samenstände. Wenn Löwenzahn oder Klee blühen und Samen ausbilden, können diese über das Schnittgut verteilt werden. Zwei Möglichkeiten helfen:

  1. Vor der Blüte mähen: Dann tragen Sie keine Samen ein.
  2. Schnittgut bei Samenständen auffangen: Entsorgen Sie es über den Grünabfall der Kommune statt auf dem eigenen Kompost.

Ein dichter, gut gepflegter Rasen lässt Unkraut ohnehin schlechter keimen. Maßnahmen gegen bereits vorhandene Wildkräuter finden Sie im Beitrag Unkraut im Rasen bekämpfen.

Mulchen oder Auffangen: Entscheidungshilfe

Mulchen passt, wenn Sie wöchentlich mähen, der Rasen trocken ist und das Schnittgut kurz bleibt. Auffangen ist die bessere Wahl:

  • nach längerer Pause, wenn das Gras hoch gewachsen ist,
  • bei nassem Rasen,
  • beim ersten Schnitt eines neu angelegten Rasens, weil das Schnittgut dann grob ist,
  • bei Unkraut mit Samenständen,
  • wenn sich bereits Rasenfilz gebildet hat.

Aufgefangenes Schnittgut können Sie kompostieren. Trocknen Sie es einige Stunden an und mischen Sie es mit gröberem Material.

Muss ich beim Mulchen noch düngen?

Das Schnittgut ersetzt einen Teil des Düngers, aber nicht jeden Bedarf. Die Nährstoffe stehen erst nach der Zersetzung zur Verfügung, und der Rasen entzieht dem Boden laufend welche. Prüfen Sie Farbe und Dichte des Rasens und düngen Sie bei Bedarf. Wie das geht, steht im Beitrag Rasen düngen. Eine leichte organische Düngung mit Kompost ist eine Alternative zu mineralischem Dünger.

Muss ich beim Mulchen mehr wässern oder weniger?

Eine Mulchschicht aus feinem Schnittgut kann die Verdunstung etwas verringern. Dennoch gilt: Bei anhaltender Trockenheit wässern Sie durchdringend und selten. Wie viel und wann, lesen Sie im Beitrag Rasen richtig wässern.

Häufige Fragen

Ist Mulchen oder Mähen mit Fangkorb besser?

Mulchen spart Entsorgung und Dünger, wenn Sie oft genug mähen und der Rasen trocken ist. Fangen ist besser bei langem oder nassem Gras, bei Unkrautsamen und nach dem ersten Schnitt eines neuen Rasens.

Kann ich mit einem normalen Rasenmäher mulchen?

Ja, wenn Sie häufig mähen und nur die Halmspitzen kürzen. Zu lange Abschnitte bleiben als Schicht liegen. Mulchmäher oder ein Mulchkit zerkleinern das Schnittgut feiner.

Darf ich mulchen, wenn Unkraut im Rasen wächst?

Ja, solange die Unkräuter noch keine Samen tragen. Mähen Sie vor der Blüte oder fangen Sie das Schnittgut bei Samenständen auf und entsorgen Sie es.

Muss ich nach dem Mulchen noch düngen?

Meist weniger, aber nicht unbedingt gar nicht. Die Nährstoffe aus dem Schnittgut ersetzen einen Teil der Düngung. Beobachten Sie Farbe und Dichte des Rasens und düngen Sie bei Bedarf.

Kann ich auf frisch gesätem oder neu verlegtem Rasen mulchen?

Beim ersten Schnitt ist Auffangen sinnvoll, weil die Halme noch lang sind und das Schnittgut dann grob ausfällt. Später können Sie mulchen, sobald der Rasen eingewachsen ist.

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