Wie Sie Ihren Rasen richtig anlegen oder entfernen


Ein dichter Rasen in einem wunderschönen Sattgrün ist die Basis jedes Gartens. Wer in seinem Garten einen Rasen anlegen möchte, steht vor zwei Möglichkeiten. Einerseits können Sie auf den rasch anwachsenden Rollrasen zurückgreifen, andererseits können Sie aber auch selber den Rasen ansäen. Dies ist in der Regel mit wesentlich weniger Kosten verbunden. Sollten Sie sich für diese zweite Möglichkeit entscheiden, helfen wir Ihnen in diesem Beitrag mit einer Menge an hilfreichen Tipps und Tricks weiter.

Alles auf einen Blick:

Vorbereitung des Bodens

Bevor die Rasensamen in den Boden eingebracht werden, müssen Sie diesen vorbereiten. Andere große Elemente im Garten sollten zu diesem Zeitpunkt bereits eingebracht sein. Dazu gehören Bäume, Wege, Beete und Zäune. So wird der Rasen beim Anwachsen nicht gestört.

Der Boden selber muss locker und eben sein, bevor Sie den Rasen säen können. Zunächst entfernen Sie sämtliches Unkraut. Die Erde können Sie nun händisch mit einem Spaten auflockern. Für größere Flächen empfiehlt sich aber eher eine Motorhacke. Dies kann man häufig im Baumarkt oder Gartenfachhandel gegen eine Gebühr ausleihen. Sollten größere Steine oder Wurzelstücke zum Vorschein gekommen sein, entfernen Sie diese.

Danach sollten Sie darauf achten, dass der Boden eben ist. In Vertiefungen sammelt sich sonst später Staunässe. Mit einem breiten Holzrechen lassen sich Unebenheiten ganz leicht entfernen. Jetzt ist zum ersten Mal Geduld gefragt, denn bevor Sie den Rasen ansäen, sollten Sie den Boden ein paar Tage ruhen lassen, damit er sich setzen kann.

Endlich – Die Aussaat!

Wie viele Rasensamen pro Quadratmeter Sie benötigen, ist von Rasenart zu Rasenart verschieden. Daher halten Sie sich am besten an die Angaben auf der Packung.

Wichtig ist, dass Sie den Rasen gleichmäßig ansäen, damit es nicht zu kahlen Stellen kommt. An diesen siedelt sich nämlich besonders leicht Unkraut an. Für einen Laien ist es per Hand praktisch unmöglich, die Samen gleichmäßig über den Boden zu verteilen. Am besten greifen Sie also zu einem praktischen Streuwagen. Egal wie Sie den Rasen ansäen, wählen Sie dazu unbedingt einen windstillen Tag, damit die leichten Samen nicht vertragen werden.

Nachbearbeitung

Danach wird die Saat mit einem Holzrechen leicht in den Boden eingeharkt. Dies sollte sowohl in Längs- als auch in Querrichtung geschehen. Anschließend muss die Oberfläche wieder ein wenig verdichtet werden. Dies schützt die Samen sowohl vor heftigen Regenfällen als auch vor Vogelfraß. Zu diesem Zweck benützen Sie am besten eine Walze. Da Erwachsene für diese Aufgabe zu schwer sind, können Sie aber auch ein Kind mit Trittbrettern einmal über die Rasenfläche gehen lassen.

Zu guter Letzt können Sie die frische Aussaat noch mit einer dünnen Schicht Muttererde bedecken. Es folgt schon die erste Bewässerung. Am besten eignet sich dazu ein Rasensprenger. Durch seine hohe Reichweite müssen Sie den frisch präparierten Boden nicht betreten und können die Samen in Ruhe keimen lassen. Nach ca. einer Woche sollten sich bereits die ersten zarten Halme zeigen.

Was gilt es bei einer Nachsaat zu beachten?

Es kann immer wieder dazu kommen, dass Sie Ihren Rasen nachsäen müssen. Bei der frischen Aussaat beispielsweise passiert es häufig, dass die Rasensamen nicht auf der ganzen Fläche gleichmäßig verteilt werden. Deswegen sollten Sie sich bei der frischen Aussaat immer ein paar Samen zurücklegen, um diese kahlen Stellen zu bearbeiten.

Wenn durch intensive Nutzung (Spielen, Gartenpartys, etc…) kahle Stellen im Gras entstehen, müssen Sie eventuell sogar Jahre später noch Ihren Rasen nachsäen. Um ein einheitliches Rasenbild zu erstellen, sollten Sie sich also unbedingt Hersteller und Namen der benutzten Rasenmischung notieren, damit Sie auch dann noch auf dasselbe Saatgut zurückgreifen können, wenn Ihnen Ihr eigener Vorrat ausgeht. Häufig sind im Handel von diversen Mischungen auch kleine Packungsgrößen für genau diesen Zweck erhältlich.

So gelingt die Nachsaat bestimmt

Wie schon beim ersten Aussäen, sollten Sie auch jetzt ein entsprechendes Zeitfenster wählen. Da der Rasen in der Regel im Sommer am meisten beansprucht wird, entscheiden Sie sich am besten dazu, die kahlen Flecken gleich im September zu bearbeiten. Ist der Rasen beschädigt, bzw. unter einem Kinderplanschbecken abgestorben, sollten Sie diese tote Grasnarbe oberflächlich entfernen. Eventuell müssen Sie dabei auch ein wenig vertikutieren.

Nun folgen dieselben Schritte wie bei der ersten Aussaat:

  • Unkraut entfernen
  • Boden auflockern
  • Steine und Wurzeln entfernen
  • aussäen
  • einharken
  • Boden verdichten

Nachdem Sie nun mit einer kleineren Fläche arbeiten, können Sie ruhig per Hand Ihren Rasen nachsäen. Auch zum Verdichten brauchen Sie nun keine Walze mehr. Ein vorsichtiges Festtreten genügt. Achten Sie aber in den nächsten Wochen unbedingt darauf, dass die kahle Stelle bis zum Anwachsen nicht betreten wird!

Was muss ich beim Anlegen eines Rasens beachten?

Die frischen Rasensamen vertragen Trockenheit überhaupt nicht. Wenn Sie also einen Rasen neu anlegen, müssen Sie darauf achten, dass der Boden immer gleichmäßig feucht gehalten wird. Gleichzeitig sollte aber auch keine Staunässe entstehen.

Ein dichter Rasen ist nicht automatisch auch schon belastbar

Dass die jungen Halme in der ersten Zeit in Ruhe gelassen werden sollten, versteht sich von selbst. Nach ca. drei Wochen hat sich dann schon eine dichte Rasenfläche gebildet. Vielen Menschen ist aber nicht klar, dass sie nach dem Rasen Säen noch viel länger warten sollten, bis Sie ihre frische Rasenfläche betreten. Voll belastbar ist der Rasen nämlich erst nach ca. 8 Wochen.

Wann darf ich meinen Rasen zum ersten Mal mähen?

Ca. vier Wochen nach Aussaat sollte der Rasen eine Höhe von 10 cm erreicht haben. Dann erfolgt die erste Mahd. Diese wird daraufhin jede Woche wiederholt. Im Schnitt sollten Sie den Rasen auf ca. 5 cm zurückschneiden, wobei Sie schattige Stellen länger lassen können als jene, die in der Sonne liegen.

Lassen Sie den Rasenschnitt nicht auf dem Boden liegen, dort siedeln sich sonst Bakterien oder Pilze an. Im Kompost hingegen ist das zurückgeschnittene Gras ein willkommener Lieferant für humusreiche Erde.

Je häufiger Sie Ihren Rasen mähen, umso schöner und gleichmäßiger wird er. Nicht umsonst wird Englischer Rasen drei bis viermal in der Woche gemäht!

Auch ein regelmäßiges Vertikutieren hält Ihren Rasen frisch. Dabei wird der Rasen „gekämmt“ und die Grasnarbe leicht angeritzt. Tote Halme werden entfernt, der Boden wird durchlüftet und Pilze haben es schwer, sich ich im Rasen einzunisten.

Was gilt es bei der Bewässerung zu beachten?

In der Regel reicht es, einen Rasen einmal in der Woche zu bewässern. Dieses Intervall kann in den heißen Sommermonaten kürzer werden, bei starken Regenfällen hingegen länger. Im Prinzip ist es egal, ob das Wasser vom Rasensprenger oder vom Regen kommt, Hauptsache der Rasen bekommt einmal in der Woche eine entsprechende Menge davon.

Pro m² sollten Sie 15 bis 20 Liter Wasser einplanen. Diese Menge entspricht einem kräftigen Regenschauer. Sie sollten lieber seltener und mehr gießen. Wählen Sie sehr kurze Intervalle mit weniger Wasservolumen, wird nämlich nur die oberste Erdschicht bewässert. Der Rasen mag aber Feuchtigkeit bis tief in den Wurzelbereich.

Besonders im Sommer sollten Sie eher am Morgen oder abends gießen, damit das Wasser nicht gleich verdunstet. Ein Rasensprenger sorgt für eine gleichmäßige und langsame Bewässerung der gesamten Fläche.

Wann sollte ich das erste Mal düngen?

Im Prinzip können Sie den Boden schon düngen, bevor Sie mit dem Rasen Anlegen beginnen. So können Sie vor dem Rasen Säen Kompost in die Erde einbringen, um dem Rasen eine Langzeitversorgung zur Verfügung zu stellen. Aber dieser ist nicht immer in ausreichender Menge vorhanden. In solchen Fällen sollten Sie düngen, wenn Sie den Rasen zum ersten Mal mähen, also nach ca. 4 Wochen. Am besten bewährt hat sich ein stickstoffhaltiger Langzeitdünger.

Danach ist eine Düngung vor allem deswegen notwendig, weil Sie dem Rasen durch die regelmäßige Mahd wichtige Nährstoffe entziehen. Während der Wachstumsperiode zwischen April und Oktober sollten Sie Ihren Rasen 4 bis 5mal düngen. Am besten bietet sich ein Intervall von 6 bis 8 Wochen an, bis die nächste Düngung mit einem Langzeitdünger geschehen sollte. Färbt sich der Rasen gelb, leidet er an Stickstoffmangel. Spätestens jetzt sollten Sie dringend wieder zum Dünger greifen!

Düngen Sie Ihren Rasen am besten, wenn er trocken ist. So stellen Sie sicher, dass der Dünger nicht an den Halmen hängenbleibt und diese verbrennt. Um ganz sicher zu gehen, können Sie direkt nach dem Düngen den Rasen bewässern, dann fließt der Dünger gemeinsam mit dem Wasser garantiert ins Erdreich.

Wie erneuere ich einen Rasen?

Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, Ihren Rasen zu erneuern. Dies kann der Fall sein, wenn er kahle Stellen bekommt, uneben wird, durch Belastung beschädigt wird oder wenn Sie es zum Beispiel mit Maulwurfshügeln zu tun bekommen. Auch der Winterfrost setzt dem Rasen manchmal zu.

Bevor Sie den kompletten Rasen erneuern, können Sie eventuell noch etwas retten, indem Sie zum Vertikutierer greifen. Vielleicht reicht es auch, wenn Sie nur an den kahlen Stellen Rasen einsäen.

Bei zu vielen Beschädigungen oder zu hohem Alter müssen Sie aber tatsächlich den gesamten Rasen neu anlegen. Sollten Sie Ihren kompletten Rasen erneuern müssen, dann muss zuerst die alte, geschädigte Grasnarbe vollständig entfernt werden.

Wie entfernt man am besten den alten Rasen?

Wollten Sie Ihren Rasen neu anlegen, müssen Sie zuerst den alten Rasen entfernen. Am besten eignet sich dafür übrigens der Herbst. Dann sitzen die Wurzeln eher locker im Erdreich, was Ihnen die Arbeit erleichtert. Der Boden kann dann über den Winter ruhen und Sie können im nächsten Frühjahr den Rasen erneuern. Für die Entfernung hingegen gibt es mehrere Methoden.

Mechanisches Entfernen

Am billigsten aber auch am anstrengendsten können Sie Ihren Rasen entfernen, wenn Sie selber Hand anlegen. Zunächst beseitigen Sie Unkräuter mit einem Unkrautstecher. Dann mähen Sie den noch vorhandenen Rasen so kurz wie möglich, um ihn dann mit einem Spaten Stück für Stück auszugraben. Dies wird aber besonders bei großen Flächen schnell zu anstrengend.

Große Abhilfe schafft hier eine <strong>Rasenfräse. Diese schneidet nicht nur die Grasnarbe klein, sie pflügt auch gleich den Boden auf 60 bis 80 cm Tiefe um. Der Nachteil besteht darin, dass auch Unkräuter tiefer in den Boden eingearbeitet werden.

Am einfachsten gelingt das Abtragen des gesamten Rasens mit einer Rasenschälmaschine. Diese schneidet unterhalb der Grasnarbe entlang, sodass sich der alte Rasen ähnlich wie ein Rollrasen einfach abziehen und abtragen lässt. Eine solche Maschine können Sie im Baumarkt oder Gartencenter ausleihen.

Extrem langsam, dafür ohne Arbeitsaufwand

Jede Pflanze benötigt Licht, um Photosynthese zu betreiben und wichtige Nährstoffe herstellen zu können. Entzieht man dieses auf lange Zeit, sterben die Grasreste ganz von alleine ab. Dafür müssen Sie den geschädigten Rasen nur mit einer lichtundurchlässigen Plane bedecken. Aber Achtung, der Prozess kann bis zu zwei Jahre dauern. Danach haben Sie aber völlig ohne Gift und Arbeitsaufwand sämtliche Vegetation unter der Plane vernichtet.

Auch eine intensive Beweidung entfernt einen Rasen ohne großen Aufwand. Dazu braucht man allerdings eine Gruppe Schafe oder Ziegen. Beide sind nicht zimperlich mit dem Gras und fressen sogar oberflächliche Wurzeln mit. Nach mehreren Wochen sollten Sie aber dem Großteil des Rasens den Garaus gemacht haben.

Nicht zu empfehlen

Keinesfalls sollten Sie zu einem Total-Herbizid greifen. Zwar tötet dies sowohl den Rasen als auch Unkräuter ab, aber das Gift gelangt leicht auch in den restlichen Garten. Nicht nur Ihre Beete sterben dann gleich mit ab, Sie können auf mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate auf derselben Fläche keinen neuen Rasen anlegen. Außerdem schädigt ein Total-Herbizid auch die wichtige Bodenfauna. Also: Finger weg!

Wozu dient das Sanden des Rasens?

Vom Rasen Sanden haben selbst viele Hobbygärtner noch nie gehört. Darunter versteht man eine Einbringung von sogenanntem Rasensand in die Erde unterhalb des Rasens. Das wird notwendig, wenn der Boden schon zu sehr verdichtet ist und sich leicht Staunässe bildet. Der Rasen ist jetzt in Gefahr, von Pilzen oder schädlichen Mikroorganismen heimgesucht zu werden. Der eingebrachte Sand hilft dabei, die Muttererde wieder ein wenig aufzulockern.

In der Regel ist Rasensand ganz einfacher Quarzsand, dieser ist allerdings extrem fein gemahlen. Damit entspricht er feinem Spielkastensand, der für denselben Zweck problemlos verwendet werden kann.

Wie Sie richtig Ihren Rasen sanden

Sie sollten Ihren Rasen sanden, wenn er sich in der Wachstumsphase befindet, damit er sich von den vielen Pflegemaßnahmen gut erholen kann. Dies fällt in den Zeitraum zwischen April und Oktober.

Zunächst mähen Sie den Rasen sehr kurz (auf 2 – 3 cm), dann vertikutieren Sie ihn gründlich. Der abgestorbene Rasenfilz muss unbedingt mit einer Harke entfernt werden. Nun können Sie mit einem Streuwagen den Sand auf den Rasen aufbringen. Die Empfehlung liegt bei 15 kg Sand auf 5 bis 10 m², je nachdem wie weit die Bodenverdichtung bereits fortgeschritten ist.

Im Laufe der nächsten Tage und Wochen wird sich der Sand gleichmäßig in den Boden verteilen. Wollen Sie Ihrem Rasen helfen, sich nach der Veränderung zu erholen, planen Sie am besten eine Woche nach dem Rasen Sanden eine Düngung ein.

Welche Rasensamen / Rasenmischungen gibt es?

Bevor Sie einen Rasen ansäen, sollten Sie sich darüber klarwerden, wie der Rasen genutzt wird. Ist es ein Spielrasen oder ein Landschaftsrasen? Wird darauf Sport betrieben oder wollen Sie sich darauf nur in Ihrem Liegestuhl erholen? Davon hängt nämlich die Wahl zum richtigen Rasensamen ab.

Im Handel finden Sie die sogenannten RSM-Rasenmischungen. RSM steht dabei für „Regel-Saatgut-Mischung“. Diese Mischungen wurden sorgfältig unter wissenschaftlicher Aufsicht zusammengestellt und entsprechen daher einem hohen Standard. Der Vorteil von RSM-Mischung ist, dass Sie schon beim Kauf in etwa wissen, wie Ihr Rasen aussehen wird.

Welche Grasarten kommen zum Einsatz?

Je nach Verwendungszwecke stehen bei der Artenliste einer Rasenmischung andere Kriterien im Vordergrund. Dazu zählen Wuchsgeschwindigkeit, Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Gräsern oder auch das Regenerationsvermögen. Die genaue prozentuelle Zusammensetzung der Rasenmischung ist auf der Verpackung nachzulesen.

Eines der am häufigsten genutzten Gräser ist das sogenannte Deutsche Weidelgras. Dieses ist nicht nur extrem belastbar, sondern bietet mit über 120 verschiedenen Sorten auch eine hohe Vielfalt. Ebenso beliebt sind die Wiesen-Rispe mit ihrem dichten Wuchs, der Rot-Schwingel oder das nässeverträgliche Straußgras.