Wann aerifizieren?
März bis Mai, August und September – in der Wachstumszeit, bei erdfeuchtem Boden
Aerifizieren oder Vertikutieren: Was ist der Unterschied?
Beide Maßnahmen werden oft verwechselt, wirken aber an unterschiedlichen Stellen.
| Aerifizieren | Vertikutieren | Vertidrain | |
|---|---|---|---|
| Ziel | Boden lockern, Luft und Wasser zu den Wurzeln | Filz, Moos und abgestorbenes Material entfernen | Tiefe Verdichtung lockern |
| Wo | Wurzelzone, etwa 10 cm tief | Oberfläche, wenige Millimeter | Unterboden, je nach Gerät deutlich tiefer |
| Typische Geräte | Grabgabel, Hohlzinken-Aerifizierer | Rechen, Vertikutierer | Tiefenlockerer am Traktor |
| Wann nötig | bei verdichtetem Boden, Staunässe | bei Rasenfilz und Moos | auf Sport- und großen Flächen |
Wie Rasenfilz entsteht und wie Sie ihn erkennen, lesen Sie im Beitrag Rasenfilz erkennen und entfernen.
Woran erkenne ich einen verdichteten Boden?
Durch Nutzung, besonders bei Nässe, verdichtet sich der Boden nach und nach. Die Poren werden kleiner und Wasser und Luft kommen kaum noch zu den Wurzeln. Lehmige Böden sind besonders anfällig.
Diese Zeichen sehen Sie auch ohne Messgerät:
- Pfützen und Staunässe nach Regen
- Zeigerpflanzen wie Breitwegerich, Kriechender Hahnenfuß oder Ackerschachtelhalm
- schlecht wachsendes, lichtes Gras
- modriger Geruch und glitschige Erde
- Ein Spaten oder eine Grabgabel lässt sich nur mit Mühe in den Boden stechen
So aerifizieren Sie den Rasen
Je nach Fläche stehen verschiedene Geräte zur Wahl:
- Grabgabel: Für kleine Flächen. Sie stechen die Gabel in engem Raster etwa 10 cm tief in den Boden und wackeln sie kurz hin und her.
- Aerifizierschuhe: Nagelschuhe, die Sie beim Gehen über den Rasen unter die Schuhe schnallen. Einfach, aber weniger wirksam.
- Hand-Aerifizierer mit Nagelwalze oder Hohlzinken: Hohlzinken stanzen Erdröllchen aus und entnehmen Erde. Das lockert nachhaltiger als reines Eindrücken.
- Motoraerifizierer: Für größere Flächen. Sie arbeiten schnell, erfordern aber das richtige Tempo. Wer zu langsam fährt oder stehen bleibt, zerstört die Grasnarbe. Bei großen Flächen kann ein Fachbetrieb sinnvoll sein.
So gehen Sie vor:
- Zeitpunkt wählen: In der Wachstumszeit, meist im Frühjahr (März bis Mai) oder im Spätsommer (August bis September). Der Boden sollte erdfeucht sein, nicht trocken und nicht nass.
- Rasen mähen und bei Bedarf vertikutieren. Rechen Sie das Material ab.
- Aerifizieren: Arbeiten Sie die Fläche gleichmäßig ab. Bei Hohlzinken sammeln Sie die Erdröllchen anschließend ab.
- Sanden: Streuen Sie danach eine dünne Schicht Sand (siehe unten) und fegen oder rechen Sie ihn ein.
- Wässern: Gießen Sie nach Bedarf durchdringend, besonders bei Trockenheit.
Wie oft Sie aerifizieren, hängt von der Nutzung ab. Auf normal genutzten Hausrasen genügt meist ein Durchgang pro Jahr oder alle paar Jahre bei Bedarf, auf stark beanspruchten Flächen öfter.
Sanden nach dem Aerifizieren
Eine dünne Schicht Sand hält die Löcher offen und verbessert auf Dauer die Struktur. Als Richtwerte gelten:
| Situation | Sandmenge |
|---|---|
| nach dem Aerifizieren mit Schlitzmessern | etwa 3 bis 5 Liter pro m² |
| nach dem Aerifizieren mit Hohlzinken | etwa 4 bis 6 Liter pro m² |
| nach dem Vertikutieren | etwa 2 bis 3 Liter pro m² |
Verwenden Sie gewaschenen, reinen Quarzsand mit einer Körnung von etwa 0,3 bis 1 mm. Spielsand ist ungeeignet, weil er Tonanteile enthält und schlecht rieselt. Nach dem Verteilen sollen die Halmspitzen wieder aus dem Sand herausragen. Eine Schicht von mehreren Zentimetern Bausand erstickt den Rasen. Als Obergrenze gilt: Gräser durchwachsen nur etwa 2 cm Sandauflage. Das lässt sich gezielt nutzen, um einzelne Mulden auszugleichen, nicht für eine flächige Schicht.
Rollrasen lüften: nötig oder nicht?
Frisch verlegter Rollrasen braucht in den ersten Wochen keine Belüftung. Verdichteten Untergrund lockern Sie besser vor dem Verlegen, denn danach kommen Sie nicht mehr an die tieferen Schichten. Später, wenn der Rasen eingewurzelt ist, können Sie bei Staunässe und Verdichtung aerifizieren und besanden.
Was hilft dem Boden noch?
Eine organische Düngung fördert das Bodenleben. Geeignet ist feiner, gesiebter Fertigkompost mit RAL-Gütezeichen, den man alle drei bis fünf Jahre mit etwa 3 bis 5 Litern pro m² ausbringen kann. Welche Dünger wann passen, steht im Beitrag Rasen düngen. Bei sehr großen Flächen mit tiefer Verdichtung, etwa auf Sportplätzen, kommt zusätzlich die Tiefenlockerung mit Vertidrain infrage.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Aerifizieren und Vertikutieren?
Beim Aerifizieren lockern Sie den Boden und die Wurzelzone, beim Vertikutieren entfernen Sie Filz, Moos und abgestorbenes Material an der Oberfläche. Beides ergänzt sich, ersetzt sich aber nicht.
Wann sollte ich aerifizieren?
In der Wachstumszeit, meist im Frühjahr (März bis Mai) oder im Spätsommer (August bis September). Der Boden sollte erdfeucht sein, weder trocken noch nass.
Wie viel Sand bringe ich nach dem Aerifizieren aus?
Etwa 3 bis 5 Liter pro Quadratmeter, bei Hohlzinken eher 4 bis 6 Liter. Verwenden Sie gewaschenen Quarzsand, keine dicke Schicht und keinen Bausand.
Muss ich Rollrasen lüften?
Frisch verlegter Rollrasen braucht in den ersten Wochen keine Belüftung. Ist der Untergrund verdichtet, lockern Sie ihn besser vor dem Verlegen. Später können Sie bei Verdichtung aerifizieren.
Wie erkenne ich einen verdichteten Boden?
Typisch sind Pfützen nach Regen, schlecht wachsendes Gras, Zeigerpflanzen wie Breitwegerich und ein modriger Geruch. Ein Spaten lässt sich schwer in den Boden stechen.