Spindelmäher schneidet Rasen, Grasschnitt wirbelt durch die Luft

Rasen richtig mähen

Mähen ist die wichtigste regelmäßige Pflegearbeit. Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt, die Schnitthöhe und die Ein-Drittel-Regel. Bei frisch verlegtem Rollrasen kommt es zusätzlich auf den ersten Schnitt an.

Aktualisiert am 5 Minuten Lesezeit Von Daniel Nilges

Wann mähen?

März bis November – Mähen, sobald der Boden dauerhaft über etwa 8 bis 10 °C warm ist; Wachstumsspitze im Mai

Rollrasen: Wann zum ersten Mal mähen?

Der erste Schnitt steht an, wenn die Halme etwa 8 bis 10 cm lang sind. Bei guter Bewässerung ist das meist 7 bis 14 Tage nach dem Verlegen der Fall. Je nach Witterung sind auch etwas kürzere oder längere Zeiträume möglich. Maßgeblich ist der Zustand der Fläche, nicht der Kalender.

So gehen Sie vor:

  1. Anwurzeltest: Heben Sie an einer Ecke vorsichtig eine Sode an. Setzt sie Widerstand entgegen, sind erste Wurzeln im Boden.
  2. Mähen bei trockenem Rasen: Der Boden darf nicht matschig sein, sonst hinterlassen Räder Abdrücke.
  3. Höchstens ein Drittel kürzen: Aus 9 cm werden also rund 6 cm. Stellen Sie den Mäher dafür zunächst hoch ein.
  4. Schrittweise absenken: Bei den nächsten Schnitten gehen Sie in Etappen auf die gewünschte Schnitthöhe von 4 bis 5 cm.

Ein leichter Mähroboter oder ein Mäher mit schmalen Rädern schont die frischen Bahnen. Betreten Sie die Fläche in den ersten Tagen nur, wenn es nötig ist, und legen Sie dann Bretter aus. Wie die Fläche vor dem ersten Schnitt entsteht, zeigt die Anleitung Rollrasen verlegen.

Welche Schnitthöhe ist richtig?

Die passende Schnitthöhe hängt vom Rasentyp ab. Für Rollrasen im Hausgarten gilt in der Regel die Zeile „Gebrauchsrasen“.

RasentypSchnitthöheHinweis
Zierrasen (feine Gräser)ca. 2 cmnur mit sehr regelmäßiger Pflege, kaum belastbar
Gebrauchsrasen, Spielrasen3,5 bis 4,5 cmüblicher Garten- und Rollrasen, bei Rollrasen meist 4 bis 5 cm
Strapazierrasen (Sportplatz)3 bis 4 cmfür hohe Belastung
Landschaftsrasen6 bis 10 cmselten gemäht, naturnah

Im Hochsommer und bei Hitzestress stellen Sie auf etwa 4,5 bis 5 cm hoch. Auch im Schatten sollte der Rasen nicht zu kurz geschnitten werden, denn lange Halme sammeln dort mehr Licht. Welche Mischung zu Ihrer Fläche passt, zeigt der Beitrag zu den Rasensorten.

Die Ein-Drittel-Regel

Grashalme mit Tautropfen im Gegenlicht

Pro Schnitt kürzen Sie höchstens ein Drittel der Halmlänge. Sind die Halme 6 cm lang, bleiben nach dem Mähen mindestens 4 cm stehen. Wer zu viel auf einmal abschneidet, schwächt die Gräser und der Rasen wird lückig.

Das gilt auch, wenn der Rasen lange nicht gemäht wurde, zum Beispiel nach dem Urlaub. Mähen Sie dann in mehreren Etappen im Abstand weniger Tage und senken Sie den Mäher jeweils ein Stück ab.

Wie oft sollte man mähen?

In der Saison von März bis Oktober, in milden Jahren bis November, mähen Sie etwa einmal pro Woche. Gras wächst erst, wenn der Boden dauerhaft über etwa 8 bis 10 °C warm ist. Im Frühjahr beginnen Sie daher meist Ende März bis Mitte April. Die stärkste Wachstumsphase liegt im Mai und Juni, dann mähen Sie gegebenenfalls zweimal pro Woche. In Hitze und Trockenheit wächst der Rasen kaum, dann genügen größere Abstände.

Mehrere kurze Schnitte sind besser als ein seltener, radikaler Schnitt. Auch die Düngung beeinflusst das Tempo: Wie Sie sie planen, steht im Beitrag Rasen düngen.

Bei welchem Wetter mähen?

Mähen Sie bei trockenem Rasen. Nasses Gras klebt am Messer, der Schnitt wird unsauber und die Räder drücken Spuren in den weichen Boden. An sehr heißen Tagen mähen Sie besser früh am Morgen oder am Abend, damit der Rasen nicht zusätzlich gestresst wird.

Ein scharfes Messer sorgt für einen glatten Schnitt. Sind die Schnittflächen der Halme ausgefranst und werden an den Spitzen braun, ist das Messer stumpf und sollte nachgeschliffen werden.

Welcher Rasenmäher passt?

Roter Benzin-Rasenmäher auf einer Rasenfläche

  • Spindelmäher: Schneidet sehr sauber und kann tief eingestellt werden. Er braucht häufigen, regelmäßigen Schnitt und eignet sich vor allem für Zierrasen und kleinere Flächen.
  • Sichelmäher (Elektro, Akku, Benzin): Der übliche Mäher im Hausgarten. Er ist robust und nimmt das Schnittgut mit dem Fangkorb auf.
  • Mähroboter: Hält den Rasen kurz und lässt sehr feines Schnittgut liegen, das als Mulch wirkt. Naturschutzverbände raten, Mähroboter nachts nicht einzusetzen, weil sie Igel gefährden können.

Zur Frage, ob das Schnittgut liegen bleiben soll, lesen Sie den Beitrag Rasen mulchen oder mähen. Soll es auf den Kompost, trocknen Sie es einige Stunden an und mischen es mit gröberem Material wie kleinen Ästen, damit der Haufen nicht fault.

Schnittbild, Kanten und Hänge

Nutzen Sie die volle Schnittbreite und überlappen Sie die Bahnen etwa um eine Radbreite. So entsteht ein gleichmäßiges Bild ohne Streifen. Wechseln Sie die Mährichtung, damit sich keine Spuren einprägen.

An Rasenkanten lassen Sie zunächst einen schmalen Streifen stehen und schneiden ihn danach mit der Rasenkantenschere. So geraten die Räder nicht ins Beet und das Messer trennt keine Grasnarbe ab. An Böschungen mähen Sie quer zum Hang und bleiben auf Höhe des Mähers, damit er Sie bei einem Sturz nicht überrollen kann.

Düngen nach dem Mähen?

Zwei Schubkarren mit organischem Material, Mist oder Mulch

Düngen können Sie direkt nach dem Mähen, anschließend wässern Sie die Fläche. Wann welcher Dünger passt und wie viel, erklärt der Beitrag Rasen düngen. Im Herbst eignet sich ein kaliumbetonter Herbstdünger.

Wann darf ich mähen? Ruhezeiten

Bundesweit regelt die 32. BImSchV (Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung) den Betrieb von Rasenmähern in Wohngebieten: Sonn- und Feiertage sind ganztägig tabu, werktags darf zwischen 20 und 7 Uhr nicht gemäht werden. Eine Mittagsruhe kann zusätzlich aus Gemeindeverordnungen oder der Hausordnung folgen. Das ist keine Rechtsberatung. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Gemeinde nach. Mehr dazu im Beitrag Gesetzliche Ruhezeiten.

Häufige Fragen

Wann darf ich Rollrasen zum ersten Mal mähen?

Sobald die Halme etwa 8 bis 10 cm lang sind und der Rasen fest angewachsen ist, meist nach 7 bis 14 Tagen. Heben Sie zur Probe eine Ecke an: Hält die Sode, sind Wurzeln gewachsen.

Auf welche Höhe schneide ich Rollrasen?

Beim ersten Schnitt kürzen Sie höchstens um ein Drittel, also von etwa 9 cm auf rund 6 cm. In den folgenden Wochen gehen Sie schrittweise auf 4 bis 5 cm, im Schatten und bei Hitze eher 5 cm.

Wie oft muss ich den Rasen mähen?

In der Saison etwa einmal pro Woche, im Mai und Juni bei starkem Wachstum auch öfter. In Trockenphasen wächst der Rasen kaum, dann reicht ein längerer Abstand.

Darf ich den Rasen nach dem Mähen wässern?

Ja. Ist der Boden trocken, spricht nichts dagegen, nach dem Mähen durchdringend zu wässern. Bei ausreichender Feuchte ist es nicht nötig.

In welche Richtung sollte ich mähen?

Wechseln Sie bei jedem Schnitt die Richtung. So richten sich die Halme nicht dauerhaft in eine Richtung, und es bilden sich weniger Streifen und Fahrspuren.

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