Wann nachsäen?
April, Mai, August und September – Boden etwa 8 bis 10 °C warm oder wärmer; am günstigsten im September
Wann ist die beste Zeit zum Nachsäen?
Gras keimt und wächst, wenn der Boden dauerhaft etwa 8 bis 10 °C warm ist. Besser sind etwas höhere Temperaturen. Dazu braucht die Saat gleichmäßige Feuchte, und die Fläche sollte nicht mehr unter Hitze oder Frost leiden. Daraus ergeben sich zwei Zeitfenster:
- September (bis Anfang Oktober): Der Boden ist warm, die Nächte sind feucht, Unkraut keimt weniger. Der junge Rasen wächst noch einige Wochen vor dem Winter an. Das ist die günstigste Zeit.
- April bis Mai: Der Boden erwärmt sich, es gibt aber mehr Konkurrenz durch Unkraut, und im Sommer drohen Hitze und Trockenheit. Gießen Sie dann konsequent.
Im Hochsommer säen Sie nur, wenn Sie täglich wässern können. Bei Frost und im Winter säen Sie nicht. Mehr zum Jahresablauf steht im Beitrag Rasenpflege im Herbst und Winter.
Wann lohnt sich Nachsäen, wann Neuanlage?
Einzelne kahle Stellen oder ein insgesamt lichter Rasen lassen sich nachsäen. Ist die Fläche dagegen großflächig geschädigt oder stark von Unkraut durchsetzt, ist eine Neuanlage sinnvoller. Eine Entscheidungshilfe finden Sie im Überblick Rasen anlegen und im Vergleich Rollrasen oder Rasensaat.
Prüfen Sie vor dem Nachsäen, warum die Stelle kahl wurde. Häufige Ursachen sind Trockenheit, Trittbelastung, Hundeurin, Maulwurf oder Engerlinge. Wenn die Ursache bleibt, wächst auch die Nachsaat nicht. Bei braunen und gelben Flecken hilft die Ursachensuche.
Wie bereiten Sie die Fläche vor?
Samen keimen nur, wenn sie Kontakt zur Erde haben. Deshalb ist die Vorbereitung entscheidend.
- Rasen kurz mähen: auf etwa 3 bis 4 cm und das Schnittgut abräumen. Dann kommt das Licht an den Boden.
- Abgestorbene Reste entfernen: Harken Sie Filz, Moos und tote Halme heraus. Auf größeren Flächen übernimmt das der Vertikutierer, den Sie für eine Nachsaat etwas tiefer einstellen dürfen als sonst.
- Boden aufrauen: Lockern Sie kahle Stellen mit dem Rechen oberflächlich auf, damit feine Rillen entstehen. Verdichteten Boden lockern Sie vorher mit dem Aerifizieren.
- Löcher ausgleichen: Mulden füllen Sie mit etwas lockerer Erde auf.
Welches Saatgut ist das richtige?
Die Mischung sollte zum vorhandenen Rasen und zum Standort passen. Gebrauchsrasen, Spielrasen und Schattenrasen enthalten unterschiedliche Gräser.
- Zum Bestand passend: Idealerweise verwenden Sie die Mischung der ersten Ansaat. Deshalb lohnt es sich, Rest und Name der Mischung aufzuheben.
- Regenerationsmischung: Für lichte Flächen gibt es Nachsaatmischungen (RSM Regeneration), die auf schnelle Keimung ausgelegt sind. Sie enthalten meist einen hohen Anteil Deutsches Weidelgras.
- Qualität: Achten Sie auf Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) mit Angabe der Gräser und Sorten. Billige Mischungen bestehen oft aus Futtergräsern und wachsen schnell und grob.
- Standort: Für schattige Stellen brauchen Sie eine Schattenmischung. Welche Mischungen es gibt, zeigt der Beitrag Rasensorten im Vergleich.
Die Saatmenge je m² steht auf der Packung. Sie unterscheidet sich je nach Mischung und ist für Nachsaat meist niedriger als für Neuansaat. Streuen Sie nicht mehr aus, als angegeben ist.
Wie säen Sie richtig aus?
- Aufteilen: Teilen Sie die Saatmenge der Fläche entsprechend in zwei Hälften.
- Gleichmäßig streuen: Kleine Flächen säen Sie von Hand, größere mit dem Streuwagen. Säen Sie eine Hälfte längs, die zweite quer.
- Einarbeiten: Harken Sie das Saatgut flach ein. Es darf nur dünn mit Erde bedeckt sein und nicht tief liegen.
- Andrücken: Auf größeren Flächen mit einer Walze, auf kleinen genügt Festtreten oder das Andrücken mit einem Brett. Das stellt den Bodenkontakt her.
- Wässern: Gießen Sie vorsichtig mit feinem Strahl oder Regner, damit die Samen nicht weggespült werden.
Wie halten Sie die Saat feucht?
Bis zur Keimung und danach, bis die Halme stehen, darf die oberste Bodenschicht nie austrocknen. Gießen Sie in den ersten Wochen lieber öfter und kurz als selten und viel. Bei warmem Wetter kann das mehrmals am Tag nötig sein. Fehlt zwischendurch die Feuchte, sterben die gekeimten Samen ab.
Mit der Zeit verlängern Sie die Abstände und gießen dafür länger, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen. Zeiten und Mengen für etablierten Rasen finden Sie unter Rasen richtig wässern. Gießen Sie am besten morgens.
Betreten Sie die Fläche nicht, bis sie angewachsen ist. Markieren Sie die Stelle bei Bedarf mit Stäben und Band.
Wann mähen Sie nach der Nachsaat zum ersten Mal?
Mähen Sie erst, wenn die jungen Halme etwa 7 bis 10 cm hoch sind. Stellen Sie den Mäher beim ersten Schnitt auf rund 5 cm, kürzen Sie höchstens ein Drittel der Halmlänge und mähen Sie bei trockenem Gras. Das Messer sollte scharf sein, sonst werden junge Pflanzen aus dem Boden gerissen. Danach senken Sie die Schnitthöhe schrittweise auf das übliche Maß. Details stehen im Beitrag Rasen richtig mähen.
Einen Startdünger können Sie zur Aussaat oder kurz danach nach Packungsangabe ausbringen. Mehr zu Düngern steht im Beitrag Rasen düngen. Unkrautvernichter verwenden Sie auf Nachsaat nicht.
Rollrasen ausbessern: Nachsäen oder Soden einsetzen
Auch bei Rollrasen entstehen kahle Stellen, etwa durch Hitze, Nutzung oder Schädlinge. Es gibt zwei Wege:
- Kleine Lücken nachsäen: Gehen Sie wie oben beschrieben vor. Passen Sie die Mischung möglichst an den vorhandenen Rasen an. Welche Gräser im Rollrasen stecken, steht oft in den Unterlagen des Herstellers.
- Blocksoden einsetzen: Bei größeren Stellen ist ein Stück Rollrasen die sicherere Lösung. Schneiden Sie die kahle Stelle als Rechteck sauber aus, entfernen Sie die tote Narbe und lockern Sie den Boden. Setzen Sie ein passend zugeschnittenes Stück Rollrasen, etwa einen Rest vom Verlegen, bündig ein, drücken Sie es fest an und füllen Sie Fugen mit lockerer Erde. Dann wässern Sie täglich, bis es angewachsen ist.
Frisch verlegter Rollrasen wird in den ersten Wochen nicht nachgesät. Wie Sie ihn pflegen, steht im Beitrag Rollrasen verlegen.
Häufige Fehler beim Nachsäen
- Zu spät im Herbst: Junge Gräser brauchen einige Wochen, um sich vor dem Frost zu festigen.
- Kein Bodenkontakt: Samen, die auf Filz liegen, keimen schlecht.
- Zu wenig Wasser: Austrocknen in den ersten Wochen ist der häufigste Grund für lückige Nachsaat.
- Zu viel Saat: Zu dichte Saat verdrängt sich selbst und fördert Pilze.
- Falsche Mischung: Eine abweichende Mischung fällt als hellere oder gröbere Stelle auf.
- Ursache nicht beseitigt: Staunässe, Verdichtung oder Schatten bleiben und die Lücke kehrt zurück.
Einen Überblick, wo Nachsaat im Gesamtablauf der Rasenanlage steht, bietet die Seite Rasen anlegen.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Rasen nachsäen?
Am günstigsten ist der September, weil Boden und Luft noch warm sind und Tau und Regen helfen. Alternativ eignen sich April und Mai. Der Boden sollte dauerhaft etwa 8 bis 10 °C warm sein.
Kann man Rasen im Herbst noch nachsäen?
Ja, bis in den Oktober, wenn der Boden noch warm genug ist. Je später Sie säen, desto schwächer ist der junge Rasen vor dem Winter. Im November und bei Frost säen Sie besser nicht mehr.
Wie lange dauert es, bis Nachsaat keimt?
Je nach Gras und Temperatur meist ein bis drei Wochen. Weidelgras keimt schnell, Wiesenrispe deutlich langsamer. Halten Sie die Fläche in dieser Zeit durchgehend feucht.
Wie viel Rasensamen brauche ich pro m² für die Nachsaat?
Das hängt von der Mischung ab. Die empfohlene Menge steht auf der Packung, meist getrennt für Neuansaat und Nachsaat. Halten Sie sich daran, denn zu viel Saat ist kein Vorteil.
Muss ich vor dem Nachsäen vertikutieren?
Bei Rasenfilz oder Moos ja, denn Samen brauchen Kontakt zum Boden. Bei kleinen kahlen Stellen genügt es, sie mit einem Rechen aufzurauen und abgestorbene Reste zu entfernen.
Kann ich nach dem Nachsäen düngen?
Ja, mit einem Startdünger oder Dünger nach Packungsangabe. Dünger mit Unkrautvernichter eignet sich für eine Nachsaat nicht.
Wie bessere ich Rollrasen aus?
Schneiden Sie die kahle Stelle sauber aus, lockern Sie den Boden und setzen Sie ein passendes Stück Rollrasen oder Sodenrest ein. Drücken Sie es an und wässern Sie, bis es angewachsen ist. Kleine Lücken lassen sich auch nachsäen.