Rotbraune Ameisen laufen in einer Reihe über einen Ast

Ameisen im Blumentopf: erkennen, umsiedeln, vertreiben

Ameisen nisten gern in trockener, lockerer Pflanzerde in Töpfen und Kübeln. Meist genügt es, das Nest umzusiedeln oder die Pflanze umzutopfen. Giftköder brauchen Sie in der Regel nicht.

Aktualisiert am 4 Minuten Lesezeit Von Daniel Nilges

Woran erkenne ich Ameisen im Blumentopf?

Ein Nest im Topf verrät sich durch mehrere Hinweise:

  • Ameisen laufen vom Topfrand zur Erde und wieder heraus.
  • Die Erde ist locker, krümelig und bildet kleine Häufchen.
  • Beim Anheben des Topfs wimmelt es, oder Sie sehen weiße, reiskornähnliche Puppen und Larven (die „Ameiseneier“).
  • Die Pflanze welkt trotz Gießen, weil die Wurzeln durch Hohlräume keinen Kontakt zur Erde haben.
  • An Trieben sitzen Blattläuse, die Ameisen wegen des Honigtaus pflegen.

Rotbraune Ameisen tragen ein weißes Blattstück über einen moosigen Untergrund

Meist handelt es sich um die Schwarze Wegameise (Lasius niger). Sie nistet gern unter Platten und in warmer, trockener Erde. Töpfe auf Terrasse und Balkon in der Sonne sind dafür ideal.

Schadet das der Pflanze?

Ameisen fressen die gesunden Wurzeln nicht. Das Problem entsteht indirekt: Die Gänge lockern die Erde, Wasser läuft durch, und die Wurzeln trocknen aus. Hinzu kommt der Schutz für Blattläuse, die der Pflanze Saft entziehen. Gegen Blattläuse hilft es, die Triebe abzuspülen oder abzustreifen.

Ameisen mit dem Tontopf umsiedeln

Die Tontopf-Methode ist tierfreundlich und braucht nur wenige Hilfsmittel.

  1. Nehmen Sie einen kleinen Tontopf, am besten mit Abzugsloch.
  2. Füllen Sie ihn locker mit feuchter Holzwolle, zerknülltem Papier oder feuchter Erde.
  3. Stellen Sie den Tontopf umgestülpt auf die Erde im Blumentopf oder über das Abzugsloch, sodass die Ameisen leicht hineinkommen.
  4. Warten Sie einige Tage. Ameisen bevorzugen den feuchten, dunklen Unterschlupf und tragen oft ihre Brut hinein.
  5. Verschließen Sie die Öffnung mit einem Brett oder einer Schaufel und tragen Sie den Topf weg.
  6. Stellen Sie ihn an einen ruhigen Platz am Gartenrand, nicht zu nah am Haus. Aus kurzer Entfernung finden Ameisen oft zurück.

Die Methode klappt nur, wenn die Königin mit umzieht. Bei großen Kolonien müssen Sie sie eventuell wiederholen. Hinweise zu Nestern im Rasen finden Sie im Beitrag Ameisen im Rasen umsiedeln oder bekämpfen.

Blumentopf umtopfen

Wenn das Nest groß ist oder die Pflanze leidet, topfen Sie sie um:

  1. Stellen Sie den Topf draußen auf eine Plane oder ein Tuch.
  2. Nehmen Sie die Pflanze vorsichtig heraus und schütteln Sie die alte Erde ab. Dabei laufen Ameisen und Brut heraus.
  3. Spülen Sie die Wurzeln bei Bedarf vorsichtig mit Wasser ab.
  4. Reinigen Sie den Topf, setzen Sie die Pflanze in frisches Substrat und drücken Sie die Erde leicht an.
  5. Gießen Sie durchdringend.
  6. Die alte Erde mit den Ameisen entleeren Sie weit vom Haus entfernt, etwa auf einer Fläche am Gartenrand.

Gehen Sie behutsam vor, denn Ameisen können beißen und mit ihrer Ameisensäure die Haut reizen. Handschuhe sind sinnvoll.

Gießen und Hausmittel

Ameisen mögen es nicht dauerhaft nass. Mehrfaches durchdringendes Gießen über mehrere Tage, sodass Wasser im Untersetzer steht, bringt viele Kolonien zum Auszug. Achten Sie dabei auf die Pflanze: Trockenheitsliebende Pflanzen wie Kakteen, Lavendel oder Sukkulenten vertragen Staunässe nicht. Dort ist Umsiedeln oder Umtopfen besser.

Duftstoffe können die Ameisen vorübergehend fernhalten. Ihre Wirkung ist begrenzt:

  • Zimt: als Pulver auf die Erde oder rund um den Topf gestreut kann er Ameisen abhalten. Tests zeigen eine abschreckende Wirkung, aber keine dauerhafte Lösung.
  • Zitronenschalen, Lavendel, Thymian, Kaffeesatz: meist nur kurzzeitig wirksam.
  • Essig: nicht verwenden. Er schadet den Wurzeln und der Erde.
  • Natron oder Backpulver: kein belastbarer Nachweis, dass sie Ameisen töten.

Giftköder und Insektizide sind bei Pflanzen im Haus oder auf dem Balkon heikel, besonders bei Kindern, Haustieren und Nutzpflanzen. Verwenden Sie sie nur, wenn schonende Methoden nicht reichen, und nur zugelassene Produkte nach Packungsangabe. Dies ist nicht rechtlich beratend gemeint.

Rote Waldameisen: Vorsicht

Besonders geschützt sind Waldameisen (Gattung Formica). Sie nisten aber in Nesthügeln im Wald oder am Waldrand, nicht in Töpfen. Wenn Sie ein großes Nest im Garten entdecken, melden Sie es der unteren Naturschutzbehörde und töten Sie die Tiere nicht.

So beugen Sie vor

  • Stellen Sie Töpfe auf Füße oder Untersetzer, die kein bequemer Zugang sind. Ein dauerhaft nasser Untersetzer kann Ameisen abhalten, aber Staunässe schadet Pflanzen.
  • Kontrollieren Sie Pflanzen auf Blattläuse und entfernen Sie diese früh.
  • Kontrollieren Sie Töpfe, die lange trocken stehen, und gießen Sie regelmäßig.
  • Entfernen Sie Zucker- und Futterquellen in der Nähe, etwa verschüttete Getränke.
  • Prüfen Sie neue Pflanzen und Blumenerde-Säcke, denn Ameisen werden oft mit ihnen eingeschleppt.

Häufige Fragen

Wie werde ich Ameisen im Blumentopf los?

Gießen Sie den Topf mehrfach durchdringend, siedeln Sie das Nest mit einem Tontopf um oder topfen Sie die Pflanze in frische Erde um. Entsorgen oder entleeren Sie die alte Erde weit weg vom Haus.

Wie siedle ich Ameisen mit einem Tontopf um?

Füllen Sie einen kleinen Tontopf mit feuchter Holzwolle oder zerknülltem Papier und stellen Sie ihn umgestülpt mit dem Abzugsloch nach oben auf die Erde. Sobald die Ameisen mit ihrer Brut eingezogen sind, tragen Sie ihn weg und stellen ihn an einem ruhigen Platz im Garten auf.

Schadet es der Pflanze, wenn Ameisen im Topf nisten?

Ameisen fressen die Wurzeln nicht, lockern aber die Erde. Die Wurzeln können dadurch austrocknen und die Pflanze welkt. Häufig sind zusätzlich Blattläuse im Spiel.

Was sind die weißen Eier in meinem Blumentopf?

Meist sind es Puppen und Larven von Ameisen, die ihr Nest im Topf haben. Sie sind weiß bis gelblich und ähneln Reiskörnern. Siedeln Sie die Kolonie samt Brut um.

Hilft Zimt gegen Ameisen im Blumentopf?

Zimt kann Ameisen vorübergehend abhalten, weil er Duftspuren stört. Eine dauerhafte Lösung ist es nicht. Sinnvoll ist er zum Fernhalten nach dem Umtopfen.

Darf ich Ameisen töten?

Gewöhnliche Gartenameisen schon, doch schonendes Umsiedeln ist meist ausreichend. Rote Waldameisen sind besonders geschützt und dürfen nicht getötet werden.

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