Versenkregner sprüht in feinem Bogen Wasser über frische Grashalme

Bewässerungssysteme für den Rasen im Überblick

Für Rasen eignen sich Regner, die die Fläche gleichmäßig beregnen: mobil am Schlauch oder fest eingebaut. Tropf- und Perlschläuche sind für Rasenflächen ungeeignet. Wer eine Anlage plant, baut sie bei Rollrasen vor dem Verlegen ein.

Aktualisiert am 6 Minuten Lesezeit Von Daniel Nilges

Wann bewässerungssysteme?

April bis Oktober – Bewässern bei Trockenheit; Anlagen vor dem Verlegen einbauen, im Herbst entleeren

Welche Bewässerungssysteme gibt es für Rasen?

Rasen braucht Wasser gleichmäßig auf der ganzen Fläche. Deshalb sind Regner die übliche Wahl. Sie unterscheiden sich in Reichweite, Wasserbild und Aufwand beim Einbau. Wie viel Wasser der Rasen braucht und wann, steht im Beitrag Rasen richtig wässern.

SystemEignung für RasenAufwandTypischer Einsatz
Kreisregner am Schlauchgut bei runden oder kleinen Flächengeringkleine bis mittlere Gärten
Viereckregner am Schlauchgut bei Rechteckengeringrechteckige Rasenflächen
Impulsregner am Schlauchgut bei großen Flächengering bis mittelgroße, offene Gärten
Versenkbare Regner (feste Anlage)sehr gut, wenn richtig geplanthoch, am besten vor dem Verlegengrößere Flächen, Bequemlichkeit
Tropf- oder Perlschlauchfür Rasen ungeeignetmittelBeete, Hecken, Gemüse
Gießkanne, Gartenbrausenur für Ausbesserungenhoch pro m²kleine Stellen, Nachsaat

Schlauch mit Regner

Der Regner am Gartenschlauch ist der einfachste Weg. Sie stellen ihn auf, drehen das Wasser auf und lassen ihn laufen. Die Reichweite nennt der Hersteller.

  • Kreisregner: Er beregnet eine runde Fläche, oft einstellbar auf Teilkreise. Er passt für kleine bis mittlere Flächen. In den Ecken eines Rechtecks kommt wenig an, das gleichen Sie durch Überlappung der Beregnungsbereiche aus.
  • Viereckregner: Er beregnet ein Rechteck. Das passt gut zu typischen Gartenflächen, die Ränder sind aber oft schlechter versorgt als die Mitte. Prüfen Sie das mit dem Glastest.
  • Impulsregner: Er wirft den Wasserstrahl stoßweise über eine große Fläche, im Kreis oder Teilkreis. Er eignet sich für große Flächen. Bei Wind verweht der Strahl eher.

Setzen Sie bei mehreren Regnern die Bereiche so, dass sie sich überlappen. Sonst bleiben Streifen trocken. Mit dem Glastest ermitteln Sie, wie lange ein Regner laufen muss, bis 2 cm Wasserhöhe erreicht sind, das entspricht 20 Litern pro m².

Versenkbare Regner und feste Bewässerungsanlage

Bei einer festen Anlage liegen Rohre im Boden. Die Regnerköpfe fahren bei Wasserdruck aus und danach wieder in den Boden ein. So stören sie beim Mähen nicht und lassen sich automatisch steuern.

Eine Anlage besteht meist aus:

  • Anschluss an Hauswasser, Brunnen oder Zisterne,
  • Hauptleitung und Verteilerleitungen im Boden,
  • Ventilen für die einzelnen Zonen,
  • Regnern, je nach Fläche mit Sprühdüsen oder Getrieberegnern,
  • einem Steuergerät oder einer Zeitschaltuhr.

Eine Anlage ist ein Eingriff in den Boden und braucht Planung. Wer sie selbst baut, sollte Herstellerangaben und Leitungsplan genau befolgen. Bei Zweifeln an Druck, Leitungslänge oder Anschluss hilft ein Fachbetrieb.

Tropfschlauch und Perlschlauch: warum nicht für Rasen?

Tropf- und Perlschläuche geben Wasser punktuell oder entlang der Leitung ab. Das ist gut für Beete, Hecken und Gemüse, wo gezielt an die Wurzel gewässert wird.

Für Rasen gilt das aus drei Gründen nicht:

  1. Streifen statt Fläche: Das Wasser befeuchtet nur den Bereich rund um den Schlauch, dazwischen bleibt der Boden trocken.
  2. Rollrasen braucht Feuchte unter allen Soden: In den ersten Wochen muss die Erde unter der gesamten Fläche feucht bleiben, sonst trocknen Soden und Fugen aus.
  3. Wasserverteilung: Die Menge ist schwer zu messen. Bei Regnern funktioniert der Glastest, bei Perlschläuchen nicht zuverlässig.

Steuerung: Zeitschaltuhr, Regensensor, Bodenfeuchtesensor

Eine Steuerung sorgt dafür, dass zur richtigen Zeit bewässert wird, am besten früh am Morgen.

  • Zeitschaltuhr am Wasserhahn: Sie öffnet und schließt das Wasser zu eingestellten Zeiten. Das reicht für Regner am Schlauch.
  • Steuergerät für Zonen: Es schaltet die Ventile einer festen Anlage nacheinander. Sie programmieren Zeiten und Dauer je Zone.
  • Regensensor: Er unterbricht die Bewässerung bei Regen. So sparen Sie Wasser.
  • Bodenfeuchtesensor: Er misst die Feuchte im Boden und startet die Bewässerung nur bei Bedarf. Platzieren Sie ihn repräsentativ, nicht direkt neben einem Regner.

Prüfen Sie die Einstellungen regelmäßig und passen Sie sie an Witterung und Jahreszeit an. Ein Programm, das im Hochsommer richtig ist, bewässert im Frühjahr zu viel.

Wie viel Wasser braucht der Rasen?

Die Mengen sind im Beitrag Rasen richtig wässern im Detail beschrieben. Kurz zusammengefasst:

  • Eingewachsener Rasen: nur bei Trockenheit, dann durchdringend mit etwa 15 bis 20 Litern pro m², eher selten als täglich ein bisschen.
  • Frisch verlegter Rollrasen: sofort durchdringend, in den ersten zwei Wochen täglich feucht halten, bei Hitze auch zweimal.

Rechnen Sie mit dem Glastest nach, wie lange Ihr Regner läuft. Mit Zeitschaltuhr oder Steuergerät stellen Sie diese Dauer dann ein.

Regenwasser und Zisterne

Regenwasser aus Tonne oder Zisterne ist für den Rasen gut geeignet und schont das Trinkwasser. Eine Gießkanne genügt für kleine Mengen. Für Regner brauchen Sie in der Regel eine Pumpe, die genug Druck liefert. Planen Sie die Größe der Zisterne nach der Fläche und nach Ihrem Wasserbedarf in Trockenphasen.

Trennen Sie das Regenwassernetz klar vom Trinkwassernetz. Eine Verbindung ohne Sicherung ist nicht zulässig. Lassen Sie einen Installateur die Verbindung prüfen. Bei langer Trockenheit kann auch Regenwasser knapp werden. Dann bewässern Sie sparsamer und beachten Einschränkungen Ihrer Gemeinde.

Planung einer Bewässerungsanlage

  1. Fläche vermessen: Skizzieren Sie Rasen, Beete, Wege und Hindernisse wie Bäume und Mauern.
  2. Wasserquelle und Druck prüfen: Messen Sie, wie viel Wasser pro Minute ankommt, zum Beispiel mit Eimer und Stoppuhr am Wasserhahn. Der Hersteller nennt, wie viel Druck und Durchfluss ein Regner braucht.
  3. Zonen bilden: Die Leitung versorgt meist nicht alle Regner gleichzeitig. Teilen Sie die Fläche in Zonen, die nacheinander laufen. Gleiche Regnertypen in einer Zone liefern ein gleichmäßigeres Ergebnis. Sonne und Schatten, Hänge und Ebene sollten eigene Zonen bekommen.
  4. Regner so setzen, dass sie überlappen: Jede Stelle soll von mehreren Regnern erreicht werden, damit keine Trockenstreifen entstehen.
  5. Steuerung wählen: Zeitschaltuhr oder Steuergerät, bei Bedarf mit Regen- und Bodenfeuchtesensor.
  6. Leitungen frostgeschützt planen: Sehen Sie Entleerungsmöglichkeiten vor.

Bei großen Flächen, hohem Druckbedarf oder Anschluss an eine Zisterne lohnt der Rat eines Fachbetriebs für Gartenbau oder Bewässerung.

Einbau beim Rollrasen: vor dem Verlegen

Wer Rollrasen verlegt und eine feste Anlage möchte, baut sie vor dem Verlegen ein. Nachträglich müssten Sie die Narbe aufschneiden und Gräben ziehen.

  1. Altrasen abschälen und Boden lockern, wie in der Anleitung Rollrasen verlegen beschrieben.
  2. Gräben für Leitungen ziehen, Rohre, Ventile und Regner einbauen.
  3. Boden nach dem Einbau verdichten und setzen lassen, damit sich später nichts absenkt.
  4. Anlage einmal durchlaufen lassen und auf Dichtigkeit und Regnerbild prüfen.
  5. Regnerköpfe so einstellen, dass sie mit der Oberkante der fertigen Rasenfläche abschließen, also bei Rollrasen auf Höhe der verlegten Soden.
  6. Danach Boden planieren, Startdünger ausbringen und Rollrasen verlegen.

Nach dem Verlegen wässern Sie die Fläche sofort durchdringend, auch mit der Anlage. Haben Sie noch keine feste Anlage, genügt für die Anwuchszeit ein Regner am Schlauch mit Zeitschaltuhr. Planen Sie dann einen Regner pro Teilfläche ein.

Vergleich: Regner am Schlauch oder feste Anlage?

Regner am SchlauchFeste Anlage mit versenkbaren Regnern
Einrichtungin Minuten aufgestelltPlanung, Graben, Einbau
Kostenniedrigdeutlich höher, abhängig von Fläche und Aufwand
Wasserverteilungabhängig von Aufstellunggleichmäßig bei guter Planung
BedienungSchlauch umlegen oder Zeitschaltuhrautomatisch mit Steuergerät
Beim Mähenmuss weggeräumt werdenversenkt, stört nicht
WartungwenigDüsen reinigen, Dichtungen prüfen, Entleeren im Herbst

Einwintern und Entleeren

Wasser in Leitungen, Ventilen und Regnern kann bei Frost gefrieren und Teile sprengen. Entleeren Sie die Bewässerung deshalb im Herbst, bevor der erste Frost kommt.

  1. Wasser an der Quelle absperren.
  2. Leitungen über Entleerungsventile ablassen oder nach Herstellerangabe mit Druckluft ausblasen.
  3. Schlauch, Regner und Zeitschaltuhr abnehmen, entleeren, trocknen und frostfrei lagern.
  4. Batterien aus Steuergeräten und Sensoren nehmen oder Gerät frostfrei lagern, wenn der Hersteller es vorsieht.
  5. Im Frühjahr Anlage kontrollieren, durchspülen und die Einstellungen anpassen.

Was bei braunen Stellen im Hochsommer hilft, steht im Beitrag Braune und gelbe Flecken.

Häufige Fragen

Welcher Rasensprenger ist der richtige?

Das hängt von der Form der Fläche ab. Kreisregner passen für runde oder große Flächen, Viereckregner für Rechtecke, Impulsregner für große und weitläufige Flächen. Prüfen Sie die Reichweite des Geräts und messen Sie mit einem Glastest nach, wie viel Wasser ankommt.

Lohnt sich eine automatische Bewässerungsanlage für den Rasen?

Für größere Flächen oder wenn Sie häufig abwesend sind, ist sie bequem. Bei kleinen Rasenflächen genügt oft ein Regner am Schlauch mit Zeitschaltuhr. Planen Sie bei Rollrasen die Anlage vor dem Verlegen.

Eignet sich ein Tropfschlauch oder Perlschlauch für den Rasen?

Eher nicht. Das Wasser tritt nur entlang der Leitung aus und befeuchtet einen Streifen, nicht die ganze Fläche. Für Beete, Hecken und Gemüse ist er gut geeignet, für Rasen und frisch verlegten Rollrasen reicht er nicht.

Wann ist die beste Zeit zum Bewässern?

Früh am Morgen. Dann verdunstet am wenigsten Wasser, und der Rasen trocknet im Tagesverlauf ab. Mehr dazu steht im Beitrag zum richtigen Wässern.

Wie viel Wasser braucht der Rasen?

Bei Trockenheit etwa 15 bis 20 Liter pro m² durchdringend und eher selten, frisch verlegter Rollrasen braucht sofort 15 bis 20 Liter und danach zwei Wochen täglich Feuchte. Mit Gläsern auf der Fläche messen Sie, wie lange der Regner laufen muss.

Kann ich Regenwasser aus der Zisterne zum Rasenbewässern nutzen?

Ja, Regenwasser ist dafür gut geeignet. Sie brauchen in der Regel eine Pumpe, und die Leitung darf nicht ohne Sicherung mit dem Trinkwassernetz verbunden sein. Fragen Sie dazu einen Installateur.

Muss ich die Anlage im Winter entleeren?

Ja, wasserführende Leitungen, Ventile und Regner können bei Frost platzen. Entleeren Sie die Anlage im Herbst nach Herstellerangabe, etwa über Entleerungsventile oder mit Druckluft.

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